19.01.2018 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Senioren und Behinderte bei Sportlerehrung mit Aktiven gleichsetzen Für alle eine Chance auf städtisches Gold

Aktuell kommt die Initiative der SPD zu spät. Am Dienstag hat der Sportbeirat in nichtöffentlicher Sitzung bereits festgelegt, welche Sportler demnächst für ihre Leistungen im vergangenen Jahr besonders geehrt werden sollen. In einem Jahr aber könnte der Gleichheitsgrundsatz in die Sportförderrichtlinien eingearbeitet sein. Dann hätten bei der Weidener Sportlerehrung auch Behinderte und Senioren die Chance auf Gold.

Philipp Wolf erhielt 2017 der Sportlerehrung städtisches Gold. Der Schwimmer gehörte der deutschen Freistil-Staffel bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro an. Auch Behinderte und Senioren sollen künftig für vergleichbare Leistungen Gold erhalten. Archivbild: gsb
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Hans Sperrer (CSU) hatte im Sportbeirat auf die Berichterstattung im "Neuen Tag" über den SPD-Antrag zur nächsten Stadtratssitzung hingewiesen. Man sei doch einheitlich der Meinung, die bisherige Lösung zu belassen. Der Sportbeirat hatte sich vor einem Jahr mit sechs zu zwei Stimmen gegen eine Änderung ausgesprochen.

Antragsteller Matthias Loew wies darauf hin, dass er für den Sportbeirat zu spät drangewesen sei. Er wolle das Gremium nicht übergehen. Da es sich aber um eine Satzungsänderung handle, müsse der Antrag eh im Stadtrat behandelt werden. Herbert Tischler erinnerte daran, dass sich seit 1970 nie ein Behinderten- oder Seniorensportler beschwert habe. Er schlug vor, ähnlich der Regelung bei Schüler/Jugend/Junioren eine eigens gestaltete Goldmedaille einzuführen.

Norbert Griesbacher bezeichnete die Diskussion als "prinzipiell richtig", auch wenn sich tatsächlich noch keiner beschwert habe. Er verwies auf die UN-Behindertenrechtskonvention, nach der kein Mensch benachteiligt werden dürfe. Griesbacher betonte, dass fast alle Städte in Bayern Behinderte und Sportler der Kategorie "Aktive" gleichsetzen würden. Zwangsläufig müssten dann auch Senioren nach dem Gleichheitsgrundsatz behandelt werden. "Auch wenn ich das prinzipiell nicht einsehe", sagte er.

Nach der Diskussion im Stadtrat Ende Januar soll eine entsprechende Satzungsänderung der Sportförderrichtlinien erarbeitet werden. Diese könnte im Sommer besprochen und im Herbst beschlossen werden.

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