07.01.2018 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Shisha-Bars müssen Kohlenmonoxid-Wert messen Wirte kontrollieren sich selbst

In diesem Fall löste sich der Rauch nicht in Wohlgefallen auf. Drei von vier Shisha-Bars in Weiden überschritten bei einer Kontrolle durch die Polizei den vorgegebenen Grenzwert für den Kohlenmonoxid-Gehalt. Eine nur unwesentlich, eine um das doppelte und eine sogar um mehr als das dreifache. Die Folge für letztere: 14 Gäste mussten das Lokal verlassen, das Rauchen wurde für den Rest der Nacht untersagt.

Für den Kohlenmonoxid-Gehalt in Shisha-Cafés gelten bestimmte Grenzwerte: Zum Schutz der Gäste bzw. Konsumenten. Archivbild: wsb
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Die Kontrolle durch die Polizei - unterstützt von einem Experten der Weidener Feuerwehr - erfolgte bereits im April 2017. Weitere Konsequenzen gab es wegen der Verstöße in der Folge nicht. "Ein Bußgeldverfahren wurde bisher nicht eingeleitet, auch nicht damals im April." Der städtische Pressesprecher Norbert Schmieglitz führt das unter anderem darauf zurück, dass die Thematik damals noch ziemliches Neuland gewesen sei.

Inzwischen schlagen wegen des aktuellen Trends zur Wasserpfeife bundesweit Ärzte Alarm. Die Düsseldorfer Uniklinik musste 2017 fast 40 Shisha-Raucher wegen lebensgefährlicher Kohlenmonoxid-Vergiftungen in der Druckkammer behandeln, 2015 war es dagegen nur eine Person.

Was die Sache aus der Sicht der Experten so gefährlich macht: Übelkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen, die frühe Anzeichen einer Vergiftung sein können, würden von Shisha-Rauchern meist auf den Tabak zurückgeführt. Außerdem werde in vielen Lokalen rund um die Uhr Wasserpfeifenkohle verbrannt, was den Kohlenmonoxid-Gehalt steigere.

Nun, rund um die Uhr ist das in Weiden nicht der Fall. So lange hat keines der einschlägigen Lokale geöffnet. Dass die Grenzwerte trotzdem mal überschritten werden können, teilweise sogar beträchtlich, haben die Kontrollen im April allerdings gezeigt. Vonseiten der Stadt werden die Cafés im Rahmen der Gaststättenüberwachung regelmäßig kontrolliert, betont Schmieglitz. "Die Häufigkeit hängt von der Risikobewertung ab." Der Gaststättenbescheid enthalte zudem Auflagen für den Betrieb eines Shisha-Cafés: So habe das Umweltamt die Wirte angeordnet, die Kohlenmonoxid-Werte selbst zu überwachen. "Bei Überschreitungen muss die Lüftungsanlage eingeschaltet beziehungsweise sofort gelüftet werden." Aufgezeichnet würden die Messwerte aber nicht.

Was die Strafen für eine Zuwiderhandlung betrifft, verweist Polizeipressesprecher Mario Schieder auf die Zuständigkeit der Stadt. "Hier handelt es sich in der Regel um eine Ordnungswidrigkeit." Das ist Sache des Ordnungsamtes. Weitere Kontrollen durch die Polizei seien aber keinesfalls ausgeschlossen.

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