20.10.2017 - 18:58 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

SPD fordert Informationen über Feinstaubbelastung in der Stadt: Frage zu Dreck-Sensor

Die Stadt Stuttgart löste am Montag Feinstaubalarm aus. Und wie steht es in Weiden um die Belastung der Luft? Antworten auf diese Frage fordert die SPD.

Nur vom Feinsten: Die Messstelle in der Nikolaistraße misst die Feinstaubbelastung in der Stadt. Bild: Meister
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

Ein entsprechender Antrag liegt der Stadtverwaltung bereits seit Anfang Juli vor. Bis heute hat er es nicht in die Diskussionsrunde im Stadtrat geschafft. Geantwortet hat die Stadtverwaltung aber längst. Ihr Fazit lautet: "Der Grenzwert für Feinstaub im Jahresmittel wird in Weiden eingehalten."

Gemessen wird diese Belastung übrigens bereits seit 2012 an einer Station des Bayerischen Landesamtes für Umwelt in der Nikolaistraße. Zuerst wurde dort über ein Jahr der Feinstaub in der Partikelgröße 10 Mikrometer (PM10) erfasst. Seit 2013 werden dort die noch kleineren Partikel gemessen, also die Feinststaubemission PM2,5. Der Zielwert, der hier im Jahresmittel eingehalten werden soll, liegt nach einer europaweiten Vorschrift bei 25 µg/m3.

Die Werte für Weiden rangieren laut Stadtverwaltung deutlich darunter, nämlich von 2013 bis 2016 zwischen 15 µg/m3 und 12 µg/m3. Die Feinststaubbelastung ist damit kontinuierlich um 1 µg/m3 pro Jahr gesunken. Dieser Trend soll sich fortsetzen.

Die Stadtverwaltung verweist deshalb auf ganz konkrete Maßnahmen, die die Feinstaubbelastung in Weiden weiter vermindern sollen und wie sie bereits in einem Luftreinehalteplan niedergeschrieben sind:

Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, der E-Mobilität und des Radverkehrs

Verlagerung von Teilen des innerstädtischen Verkehrs auf Tangenten, die Bundesstraße 22 und die Autobahn 93

Austausch von alten Feststoffkesseln und Inbetriebnahme moderner Heizsysteme

Steigerung des Anteils schadstoffarmer Euro-6-Fahrzeuge im Stadtverkehr

Erhaltung und Förderung von Grünanlagen im Stadtzentrum

Konsequenter Erhalt und Ausweitung von Grüngürteln zur Verbesserung der lufthygienischen Situation im Rahmen der Bauleitplanung sowie bei Einzelbauvorhaben

Ob diese Maßnahmen den Stadträten genügen, stellt sich frühestens bei der nächsten Sitzung heraus. Das Gremium tagt wieder im November.

Was ist Feinstaub und wie wirkt er auf die Gesundheit?

Das Bundesumweltamt definiert Feinstaub wie folgt: Er bestehe aus einem komplexen Gemisch fester und flüssiger Partikel und werde abhängig von deren Größe in unterschiedliche Fraktionen eingeteilt.

Unterschieden werden PM10 (PM, particulate matter) mit einem maximalen Durchmesser von 10 Mikrometer (µm), PM2,5 und ultrafeine Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 0,1 µm.

Zu den gesundheitlichen Auswirkungen heißt es: PM10 könne beim Menschen in die Nasenhöhle, PM2,5 bis in die Bronchien und Lungenbläschen und ultrafeine Partikel bis in das Lungengewebe und sogar in den Blutkreislauf eindringen. Je nach Größe und Eindringtiefe der Teilchen seien die gesundheitlichen Wirkungen von Feinstaub verschieden. Sie reichten von Schleimhautreizungen und lokalen Entzündungen in der Luftröhre und den Bronchien oder den Lungenalveolen bis zu verstärkter Plaquebildung in den Blutgefäßen, einer erhöhten Thromboseneigung oder Veränderungen der Regulierungsfunktion des vegetativen Nervensystems. (mte)

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