SPD-Stadtratsliste: Viele Neulinge auf guten Plätzen - "Reißverschluss" nur für Top-Ten
Durchstarten für "lebendige Stadt"

Sie stellten die SPD-Stadtratsliste vor - und kandidieren selbst auf aussichtsreichen Plätzen: (von links) OB Kurt Seggewiß (1), Parteichef Gerald Bolleininger (5) und Fraktionsvorsitzender Roland Richter (7). Bild: Hartl

Bei einem "Kennenlern-Seminar" am Samstag im Café Mitte stellten sich die SPD-Stadtratskandidaten erst untereinander vor. Am Dienstag folgte dann auch der Schritt an die Öffentlichkeit: OB Kurt Seggewiß, Stadtverbandschef Gerald Bolleininger und Fraktionsvorsitzender Roland Richter erläuterten die Liste, die einige Überraschungen birgt. Gleich sieben der 17 amtierenden Stadträte sind nicht mehr dabei. Dafür lauert eine ganze Reihe von Neulingen auf aussichtsreichen Plätzen.

So Bolleininger selbst (Platz 5), AsF-Vorsitzende Sabine Zeidler (8), Bezirkstagskandidat Norbert Freundorfer (9), Ärztin Dr. Sema Tasali Stoll (10), Juso-Chef Andreas Trauner (11), Anastasia Poscharsky-Ziegler (13) und Jugendring-Vorsitzender Tobias Reichelt (15). Stadtrat Matthias Loew rückte freiwillig nach hinten, begnügte sich mit Platz 22 - "um den Jusos eine Chance zu geben", wie Bolleininger berichtet. Überhaupt: "Wir haben 30 Kandidaten, die eigentlich unter die ersten 20 gehören", tönt der Parteichef. Der klassische "SPD-Reißverschluss" (Mann-Frau-Mann) zieht diesmal nur auf den ersten zehn Listenplätzen. Zehn der 40 Bewerber sind Frauen.

Etwa die Hälfte der Kandidaten will erstmals bei einer Stadtratswahl antreten, darunter Persönlichkeiten wie Martin Neuhaus (Personalchef Klinikum), Florian Graf (Jugendzentrum) und Georg "Schurl" Seidl (Höhe 308). Interessenten gab es offenbar mehr als genug: Als die SPD ihre Ortsvereine und Arbeitsgemeinschaften im Spätsommer 2012 dazu aufrief, Kandidaten zu benennen, "hatten wir ruckzuck weit über 50 beisammen", erzählt der SPD-Vorsitzende. Fraktionschef Richter macht eine große Bereitschaft aus, "mitzuhelfen, um dem Oberbürgermeister eine zweite Amtszeit zu ermöglichen". Im Café Mitte fühlte er sich gar an die "Aufbruchstimmung von 2008" erinnert. "Alle 40 gehen gerne ins Rennen für die SPD." Selbst zwei Nicht-Mitglieder: Neben Poscharsky-Ziegler auch Rosa Seifert (Verein "Neue Zeiten").

Motto: "Wir machen das!"

OB Seggewiß freut sich über die "Solidarität mit meiner Person". Für ihn ein Beleg, dass "der Neuanfang in Richtung Offenheit, Transparenz und Bürgerbeteiligung" gelungen sei. Beim Kennenlern-Seminar (Richter: "unser Kick-off für den Wahlkampf") schrieben die Bewerber auf, was ihnen an politischen Zielen sonst noch wichtig ist. Die Antworten reichten von "bezahlbarem Wohnraum" über "zweite Stufe der Energiewende" bis hin zur Vision eines "Wasserlaufs durch die Fußgängerzone". Vorschläge, die laut Richter nun auch Einzug ins Wahlprogramm halten könnten. Im Prinzip, so Seggewiß, "geht es um den Aufbau einer sozialen, liebenswerten Stadt".

Das offizielle Wahlkampf-Motto lautet so ähnlich: "Weiden, eine lebendige Stadt - wir machen das!" Die 40 Kandidaten würden dazu schon mit den Hufen scharren, meint der Rathauschef: "Sie kommen mir vor wie ein Stall von Rennpferden, die nur auf den Startschuss warten."
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