18.06.2017 - 16:48 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Staatssekretär a. D. Rudolf Kraus fordert bei Senioren-Union neue Renten-Politik Weg von der Riester-Rente

Von den Regierungen propagiert, von den Versicherungen beworben und doch ein großer Flopp: Die Riesterrente spiele nicht einmal die Provisionen der Verkäufer der Verträge ein, stellt Rudolf Kraus fest. Der Staatssekretär a. D. forderte deshalb bei der Senioren-Union (SU) in Weiden eine Neuorientierung in der deutschen Rentenpolitik.

Die neu gewählte Vorstandschaft mit (sitzend von links) Kurt Haas, JU-Gast Maria Sponsel, Vorsitzendem Hartmut Brönner und Dr. Helmut Hofmeister, den Ausschussmitgliedern (hinten) sowie SU-Bezirksvorsitzendem und Staatssekretär a. D. Rudolf Kraus (rechts). Bild: R. Kreuzer
von Reinhard KreuzerProfil

In seinem Rückblick erinnerte Kreisvorsitzender Hartmut Brönner daran, dass die politischen Stammtische mit ihren vielfältigen Themen gerne besucht werden. Dabei ging es um die Weidener Kommunalpolitik und die aktuelle Seniorenpolitik. Zu Gast waren Mitglieder des Bundestages. Beim Biergartengespräch stellte Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher die Arbeit im Bezirk vor. Die Senioren-Union besichtigte das OWS-Werk (frühere PFA) und das Wasserwerk Weiden. Die Mitgliederzahl stieg leicht an, auf jetzt 45.

Als Gastredner setzte sich SU-Bezirksvorsitzender und Staatssekretär a. D. Rudolf Kraus mit den Rentenplänen und demografischen Veränderungen auseinander. Er referierte über die Bevölkerungsentwicklung und analysierte die Situation der Rentner. Für ihn ist die Arbeit der Senioren-Union wichtig, damit die Anliegen der Älteren vertreten werden. "Denn das geschieht in der CSU sonst zu wenig."

Leistung nicht gewürdigt

Es sei enttäuschend, dass die Situation der Rentner in Deutschland im Vergleich zu den Nachbarländern deutlich schlechter sei. Die Renten hinken stark hinter denen in Österreich hinterher. Die Rentner sollten endlich wieder an der Produktivität der Wirtschaft beteiligt werden. "Das ist seit der Wiedervereinigung nicht mehr der Fall."

Kraus erinnerte an die gewaltige Aufbauleistung, die die Rentner meisterten. "Viele haben nach dem Krieg für den Wiederaufbau gezahlt, danach alle auch für die Wiedervereinigung - und die wurde hervorragend gestemmt". "Die Produktivität der DDR lag bei 35 Prozent und auch in die Rente wurde weniger einbezahlt. Das Rentenniveau wird aber immer mehr angeglichen."

Allerdings reichten die Renten für viele nicht aus. Sie seien auf Hartz-IV angewiesen. "Eine Partei, die duldet, dass die Rentner derart abgehängt werden, hat schlechte Karten", schrieb Kraus seiner Partei ins Stammbuch. "Unsere Leute waren ihr Leben lang tüchtig, doch sie haben gar nichts von der Produktivitätssteigerung."

Kalte Enteignung

"Die Riesterverträge halten nicht, was versprochen wird, am besten stilllegen lassen", forderte Kraus. Die Nullzinspolitik führe zur kalten Enteignung des angesparten Kapitals.

Um Gebühren bei den Banken zu sparen will die SU selbst ihr Online-Banking verstärken. Im Wahlkampf ist im Juli ein Gespräch mit einem Abgeordneten geplant. Im September ist eine Weinfahrt vorgesehen.

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