24.07.2017 - 15:20 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Stadt ist weiter auf der Suche nach Baudezernent Bauexpertin gibt Weiden einen Korb

Jetzt wird's paradox: Die neue Weidener Baudezernentin ist noch gar nicht da und schon wieder weg. Am Montagmorgen teilte die Kandidatin der Stadt Weiden mit, dass sie die Stelle nicht antreten werde. Der Stadtrat strich ihre Wahl denn auch flugs von der Tagesordnung.

von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Am Mittwoch vergangener Woche tagte das Auswahlkomitee der Stadt. Von den 13 Kandidaten, die auf die Ausschreibung reagiert und sich beworben hatten, erfüllten schon mal 7 nicht die geforderte Qualifikation. Vier Architekten wurden schließlich zum Vorstellungsgespräch geladen. Darunter auch die 57-Jährige aus Hessen. Sie lag nur wenige Punkte vor dem Zweitplatzierten aus Regensburg, weshalb das Gremium auch nur eine "mehrheitliche Empfehlung" abgab. Dennoch war sie zur Wahl vorgesehen. Noch zum Wochenende versicherte sie der Stadt, dass sie das Amt annehmen und pünktlich zur Stadtratssitzung im Neuen Rathaus sein werde.

Ihre Bestellung und Wahl zur berufsmäßigen Stadträtin sollte der Höhepunkt der Sitzung werden. Schließlich war das Spitzenamt im Bau- und Planungsdezernat zu besetzen, das seit der überraschenden Kündigung von Hansjörg Bohm im September 2016 vakant ist. Auf die erste Ausschreibung im Winter hatten sich zwar Kandidaten gemeldet. Allerdings wurde der Posten nicht besetzt. Vielmehr entschloss sich der Stadtrat, die Stelle noch einmal auszuschreiben: Um größere Resonanz zu finden, dotierte er die Stelle höher. So sollte der neue Bau- und Planungsdezernent Weidens zum berufsmäßigen Stadtrat gewählt werden, was die politische Bedeutung des Dezernenten stärkt.

Am Montagmorgen die Ernüchterung im Rathaus. Die Bauexpertin teilte der Stadt per E-Mail mit, dass sie die Stelle in Weiden nicht antreten werde. Damit hält sie offenbar an ihrem eigenen Verhaltensmuster fest.

Seit sechs Jahren ist sie bei der Oberfinanzdirektion Niedersachsen für das Baumanagement zuständig. Davor war sie 13 Jahre lang am Staatsbauamt in Göttingen tätig. Im Laufe ihrer beruflichen Karriere war sie am Staatsbauamt Kassel sowie in verschiedenen Planungs- und Architekturbüros tätig. Die Expertin hatte nach ihrer Ausbildung zur Bauzeichnerin mehrere Studiengänge an der Uni Kassel absolviert, die sie als Diplom-Ingenieurin in der Fachrichtung Architektur abschloss.

Bei der weiteren Internet-Recherche verstärkt sich der Eindruck, dass die Kasslerin seit 2010 auf der Suche nach neuen beruflichen Herausforderungen ist. So bewirbt sie sich bundesweit um Führungspositionen bei Städten: Vor einem Jahr nahm sie an einer Bürgermeister-Wahl in Baden-Württemberg teil. Vor drei Jahren fiel sie bei der Besetzung des Postens als Baureferentin in Ingolstadt denkbar knapp durch. Sie war auch erfolgreich - in Tübingen und Göppingen. Dort zog sie jedoch kurzfristig zurück. Die gleiche Prozedur lieferte sie bei der Wahl zur Vize-Landrätin (Bau und Umwelt) in Baunatal. Nun hat sie es in Weiden wieder getan.

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