18.04.2018 - 10:42 Uhr
Oberpfalz

Stadt Weiden setzt auf Schulsozialarbeit und Projekte "Keiner darf verlorengehen"

Ausbildungsabbrecher sind ein Thema, das auch die Stadt Weiden seit Jahren fest im Blick hat. "Wir betreiben seit fast zehn Jahren aktive Sozialpolitik", betont Sozialdezernent Hermann Hubmann. "Ziel ist es, die Kinder quasi von Geburt an an die Hand zu nehmen und über Krippe, Schule und Hort zum Ausbildungsplatz zu führen." Die Stadt sei hier auf einem guten Weg. So sollen die hohen Arbeitslosenzahlen - insbesondere im Bereich der Langzeitarbeitslosen - weiter abgebaut werden, sagt Hubmann.

Unterstützung von Auszubildenden: Was die Stadt in dieser Hinsicht unternimmt zeigen OB Kurt Seggewiß (rechts) und Sozialdezernent Hermann Hubmann im Gespräch mit dem "Neuen Tag" auf. Bild: Porsche
von Jutta Porsche Kontakt Profil

"Es ist um jeden Jugendlichen schade, der seine Ausbildung abbricht", erklärt Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. "Keiner darf verloren gehen." Angesichts der Abbrecherquote von rund 30 Prozent, über die "Oberpfalz-Medien" in der vergangenen Woche berichtete, gibt er aber zu bedenken, dass in dieser Zahl auch die Jugendlichen enthalten sind, die ihre Lehrstelle gar nicht antreten oder innerhalb der Berufssparte den Ausbildungsplatz wechseln. Und: Die ersten drei Monate Probezeit seien sogar ausdrücklich für Korrekturen gedacht. Sowohl für Azubis als auch für Lehrherrn. Die Auflösung des Lehrvertrags sei in dieser Zeit kein Ausbildungsabbruch.

Wie die Stadt gegen das Problem angehe? Mit Sozialarbeit an Schulen, dem Programm "Jugend stärken im Quartier", dem Projekttag "Mach was Aus-Bildung", der heuer in Kooperation an der Mittelschule in Weiherhammer stattfand und der Unterstützung der Initiative VerA "Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen". Dazu kämen in Weiden Unterstützungsangebote der Arbeitsagentur wie ausbildungsbegleitende Hilfen oder die Ausbildungsmesse am kommenden Wochenende in Zusammenarbeit mit den "Oberpfalz-Medien". Außerdem Angebote der Kammern, der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft und die Initiative pro Ausbildung.

"Der wichtigste Partner bei der Berufswahl sind die Eltern", sagt Seggewiß. Problemfälle träten dann auf, wenn der Familienverbund aufgelöst oder die Sorge um die Kinder vernachlässigt werde. "In der Stadt sind diese Fälle leider häufiger als auf dem Land." Diese Jugendlichen hätten praktisch keine Chancen auf eine Karriere, erklärt Hubmann. "Wir müssen ihnen diese Chance geben."

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