Stadt weist Vorwurf zurück
Werbeständer für Einzelhandel nicht zu teuer

Über die Ästhetik dieser Aufsteller gehen die Meinungen auseinander, bei den Gebühren dafür bewegt sich die Stadt indes im bayernweiten Vergleich im Rahmen. Bild: gsb
Politik
Weiden in der Oberpfalz
03.07.2017
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Die Beschwerde wird die Stadt nicht los: Die einjährige Sperre der Allee-Tiefgarage und die Schließung des Winkler-Parkplatzes haben den Einzelhändlern in der Innenstadt richtig wehgetan.

Der Inhaber des Diäthauses Kolbe am Oberen Markt gibt nun sogar auf. Aber nicht nur deswegen. Er beklagt, dass die Stadt maßlos abkassiert, bei Werbeschildern, sogenannten Kundenstoppern, vor dem Geschäft zum Beispiel. Das sind 5 Euro je Meter Frontlänge pro Monat. Bei erhöhter Beeinträchtigung des Verkehrs dürfen laut Satzung bis zu 50 Prozent mehr verlangt werden.

Das Rathaus weist den Vorwurf zurück, dabei besonders kräftig hinzulangen. "Die Höhe der Gebühren liegt im Rahmen vergleichbarer Städte", heißt es in einer Stellungnahme.

Zum Großteil stimmt das, ergab eine Recherche der Oberpfalz-Medien. Was nicht stimmt, ist die Aussage des Diäthaus-Betreibers, dass die Stadt Erlangen bei Kundenstoppern wesentlich günstiger sei. Dort sind Klapp-Aufsteller in der Innenstadt tabu. In gut frequentierten Geschäftsstraßen sind 20 Euro pro Monat fällig, in schlechteren Lagen 10 Euro.

Erlangen ist allerdings eine Nummer größer. Bei Städten mit Weidener Kragenweite ist Neumarkt konkurrenzlos günstig: 15 Euro pro Jahr. Amberg hat nach einer HAW-Studie zum Einzelhandel vor vier Jahren sogar überlegt, die vierfüßigen Angebotstafeln zu verbannen. Das ist nicht geschehen, die Stadt hat jedoch die Auflagen dafür im denkmalgeschützten Altstadtbereich verschärft. Zurzeit gilt noch die Satzung von 1985. Sie sieht bei kurzfristigen Aufstellern wie in Weiden 5 Euro pro Monat und Quadratmeter vor, bei längerfristig stehenden Täfelchen 15 Euro pro Jahr. Demnächst tritt in Amberg eine neue Satzung in Kraft, die offenbar Kundenstopper-Wildwuchs vorbeugen soll. Darin kosten Dreieckständer satte 84 Euro im Jahr.

Hof mag die Aufsteller ebenfalls nicht besonders. Aus dem Kernbereich müssen sie raus, außerhalb kosten sie 50 bis 55 Euro jährlich. Bayreuth verlangt 52 Euro für 12 Monate, Memmingen je nach Lage 24 oder 20 Euro pro halbem Quadratmeter und Jahr.

Der Mittelfeldplatz bei den Gebühren ist Weiden somit sicher. Ausreißer nach oben finden sich vor allem in Mittelfranken. So verlangt Schwabach für Kundenstopper monatlich 8 Euro und Ansbach täglich zwischen 75 Cent und 6 Euro.
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