08.04.2018 - 17:40 Uhr
Oberpfalz

Stadtentwicklung gezielt lenken Stadt muss im Voraus denken

Über Grundsatzfragen der städtebaulichen Entwicklung und über einzelne Bauprojekte diskutieren die CSU-Senioren bei ihrem Dämmerschoppen. Zu hören sind von Referent Karlheinz Beer aber auch viele kritische Bemerkungen.

Architekt Karlheinz Beer sieht im Stadtgebiet Weiden großes Entwicklungspotential
von Siegfried BühnerProfil

"Weiden hat von der Bausubstanz alles, was gebraucht wird, doch es fehlt an qualitativer Fortschreibung". Diese generelle Feststellung stand am Anfang des Vortrags des Architekten, Stadtplaners und CSU-Stadtrats. "Weiden - eine Stadt im Aufbruch" lautete das Thema beim Dämmerschoppen den CSU-Senioren, zu der. Kreisvorsitzender Hartmut Brönner die Besucher begrüßte.

Viel Grundsätzliches zur Stadtentwicklung und zu einzelnen Großprojekten war zu hören. Beer vertrat dabei auch kritische Positionen. Doch zunächst stimmte er seine Zuhörer mit dem Satz ein "jedes Gebäude baut man auch für die Stadt und die Stadt geht uns alle an". Leider gehe es oftmals "nur ums Geld", denn manche Gebäude würden nur gebaut, um schnell verkauft zu werden. "Gute Bausubstanz" würde meist nur fünf bis zehn Prozent teurer als gewöhnliche Massenware ausfallen.

Städte stünden untereinander in Konkurrenz. "Man braucht gute Projekte, um marktfähig zu sein", stellte Beer dazu fest. Er plädierte auch dafür, dass frühzeitig in Planungen investiert werden müsse, "um auf spätere Entwicklungen und Chancen vorbereitet zu sein". Die Stadt müsse immer im Voraus denken. Während in den siebziger- und achtziger Jahre eine Phase intensiver Bautätigkeit stattfand, auch dank großzügiger Fördergelder, sei es danach zu einem Stillstand gekommen. Hoffnung setzt Beer auf die Zukunft, denn "in drei bis vier Jahren hat Weiden eine Fülle von Projekten".

Im Anschluss an die übergreifenden Überlegungen ging der Vortrag dann auf einzelne Stadtbereiche ein. Beim Naabwiesen-Parkplatz "kann demnächst etwas passieren" und der "Busbahnhof steht eventuell auch zur Disposition". Bei der Max-Reger-Straße sieht Beer "einen Sanierungsstau der Immobilien", aber auch "enormes Potenzial". Weil die Stadt die Modernisierung nicht finanzieren könne, müssten die Hauseigentümer motiviert werden.

Beer verwies a auf die "Konkurrenz des NOC, das wir in seiner jetzigen Größe verhindern wollten". Das neue Einkaufszentrum werde Weiden in seiner Struktur erheblich verändern, prognostiziert er. Während in anderen Städten Parkhäuser bereits wieder abgerissen würden "bauen wir zusätzlich ein fünfgeschossiges oberirdisches Parkhaus". Bereits jetzt sei man aber mit innerstädtischer Parkfläche "bestens versorgt".

Durchgangsverkehr raus

Ideen hat Karlheinz Beer genügend mitgebracht. So will er die Sedanstraße "vom Durchgangsverkehr befreien". Bei fünf Autobahnausfahrten der Stadt könne Autofahrern auch einmal ein Umweg zugemutet werden.

In der Bahnhofstraße sieht Beer "eine Schande der Stadt für Zugereiste". Beer fragt: "Muss das so aussehen, als wäre man irgendwo in der Slowakei?" Dennoch hätte dieses Areal ein "enormes Entwicklungspotenzial".

Die Planungen für die Realschulschwimmhalle und die Erhaltung des Sportplatzes wurden im Vortrag positiv bewertet. "Der Sportplatz wird angenommen und ist eine Bereicherung." Allerdings leide das Neue Rathaus "unter dem Mangel eines Rathausplatzes". Erhalten und verbessert werden müsse der Grüngürtel, der die Stadt durchquert.

Stellungnahmen zu einzelnen Aussagen gab Baudezernent Oliver Seidel. Berücksichtigt werden müsse beim NOC, dass Weiden Einzugsgebiet für 250 000 Personen sei. Für den Bereich Innenstadt-West sei ein Ideenwettbewerb ausgerufen. In der Altstadt sieht Seidel "einen weiteren Nutzungswandel hin zur Gastronomie". Sinn mache es, die durch die Sedanstraße getrennten Teile der Innenstadt zu verknüpfen.

Die Entwicklung in der Bahnhofstraße müsse mit den Eigentümern abgestimmt sein, denn die Stadt besitze dort kein eigenes Gelände. Die Investitionen von AOK, Bürgerbräu-Areal und Post könnten "initialzündende Maßnahmen für andere sein". Seidel verwies auch auf die am kommenden Mittwoch im alten Postgebäude stattfindende Bürgerinformationsveranstaltung. (sbü)

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