21.11.2017 - 18:34 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Stadtrat einstimmig für neue Juz-Außenanlagen Spielplatz für Jugendliche

"Hätten Sie uns gefragt, da hätten wir doch mitgemacht bei diesem tollen Antrag", erklärt Gisela Helgath (Grüne) in der Sitzung am Montag. Aber auch so war dem Anliegen von vornherein eine breite Zustimmung garantiert: Stefanie Sperrer (CSU) und Florian Graf (SPD) - sie Beisitzerin im Stadtjugendring, er pädagogischer Mitarbeiter im Jugendzentrum - hatten ihre Fraktionen von dem Projekt überzeugt, dessen Kosten das Bauamt auf rund eine halbe Million Euro schätzt.

von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Der weit überwiegende Teil würde auf den Skate-Park entfallen, der nicht nur moderner als der bisherige, sondern nach Abbruch der unbenutzten Wärmehalle auch größer werden soll. Auf einer Fläche von 1500 Quadratmetern könnten sich laut Graf neben Skateboardern, Inlinern und BMX-Sportlern auch Rollstuhlfahrer austoben - "Chair-Skating" sei im Kommen. Ein weiterer großer Wunsch ist eine Calisthenic-Anlage, eine Art Spielplatz für Jugendliche, auf dem sie Sport an robusten Geräten treiben können. Bis zu 30 000 Euro könnte er kosten, wobei Sponsoren den Eigenanteil der Stadt minimieren würden.

Und auch die Sanierung des Fußballplatzes für 15 000 bis 20 000 Euro steht im oberen Bereich der Wunschliste. Gleich darunter: Container für Bandproberäume für geschätzte 23 000 Euro und eine neue Terrasse für mindestens 10 000 Euro. Laut Baudezernent Oliver Seidel ist eine Förderung über die bayerische Städtebauförderung möglich. Da sich das Jugendzentrum im Wettbewerbsgebiet beidseits des Wittgartendurchstichs befinde, sollten noch die Ergebnisse dieses Wettbewerbs abgewartet werden. Voraussichtlich im Januar lägen sie vor. Einstweilen beschloss der Stadtrat einstimmig, Planungsmittel in Höhe von 50 000 Euro locker zu machen.

"Wir haben viel zu lange geredet, jetzt ist es an der Zeit, etwas zu tun", hatte Steffi Sperrer vorher betont. Graf erinnerte sich daran, dass er bereits vor 23 Jahren als junger Juz-Aktiver an einem Konzept für die Gestaltung der Außenanlagen mitgewirkt hatte. Die damaligen Verbesserungen seien längst überholt. "Wir haben 50 Spielplätze für Kinder", sagte er, "aber nur einen für Jugendliche." Noch einen Schritt weiter gehen wollte Gisela Helgath: Auch das Juz-Gebäude selbst "wäre dringend zu betrachten".

Seidel deutete an, ein neuer Standort für das Jugendzentrum wäre nicht ausgeschlossen. Eine Variante, die Steffi Sperrer vehement ausschloss: Das Juz befinde sich "an einem guten, zentralen Platz, und nach dem Wittgartendurchstich wird er noch viel zentraler". Falls es wirklich zu einem Neubau komme, "dann genau auf diesem Areal". Florian Graf erinnerte daran, dass man dort, an der Ecke Frühling-/Schweigerstraße, auch gut mit den Anliegern auskomme: "Es gibt keine Bürgerinitiative, die sich gegründet hätte, weil die Leute zu laut wären."

"Peinlich": Jugendzentrum nicht barrierefrei

Florian Graf sprach von einer "Peinlichkeit": Ausgerechnet das Erdgeschoss des Jugendzentrums, in dem sich die Behindertentoiletten befinden, ist alles andere als barrierefrei. "Dabei veranstalten wir regelmäßig eine Disco für Menschen mit Behinderung", erklärte der Juz-Mitarbeiter und Stadtrat. Falls Rollstuhlfahrer in Gebäude wollten, fänden sich zwar stets Jugendliche, die sie die Treppe hochtragen. Dies sei jedoch eine unangenehme Situation - sowohl für die Betroffenen als auch für die Verantwortlichen. Abhilfe wird auf sich warten lassen: Der barrierefreie Zugang zum Juz ist nicht Bestandteil des Maßnahmenkatalogs zur Neugestaltung der Außenanlagen. Dieser Wunsch müsse gesondert betrachtet werden, denn er passe auch nicht zum entsprechenden Programm der bayerischen Städtebauförderung, sagte OB Kurt Seggewiß und bat um Verständnis. "Aber wir haben die Barrierefreiheit auf dem Schirm." Immerhin sind Rollstuhlfahrer ausdrücklich eingeladen, sich im geplanten neuen Skate-Park auszutoben. (rg)

Wir haben viel zu lange geredet, jetzt ist es an der Zeit, etwas zu tun.Stefanie Sperrer (CSU)

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