23.06.2017 - 19:06 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Stadtrat Meier äußert sich bei Haushaltsberatungen grundsätzlich nicht Kollektives Kopfschütteln

Sogar die Möglichkeit einer Insolvenz ist zuletzt in der Gerüchteküche hochgekocht worden, wenn von der Zukunft des Schwimmvereins die Rede war. Doch jetzt tauchten im Finanzausschuss interessante Wendungen auf. Und der Noch-Vorsitzende hat sich selbst ziemlich nass gemacht.

von Volker Klitzing Kontakt Profil

Bei den Etatberatungen für 2017 war der Zuschuss für den Betrieb der Beckenanlagen mit einer halben Million um 50 000 Euro zu niedrig angesetzt worden. Die Stadträte wunderten sich nun, warum Reinhard Meier als Vorsitzender des Vereins darauf nicht aufmerksam gemacht habe. Seine Antwort wunderte sie allerdings noch mehr und führte zu kollektivem Kopfschütteln. Meier (Bürgerliste) sagte, dass er sich bei Haushaltsberatungen grundsätzlich nicht äußere.

Überschüsse erzielt

Interessant auch die Feststellungen im Sachstandsbericht der Verwaltung, der zunächst nichtöffentlich diskutiert werden sollte, dann aber in den öffentlichen Teil der Sitzung verlegt wurde. Danach hat der Schwimmverein, abgesehen vom Jahr 2013 (minus 29 591,36 Euro), zwischen 2012 und 2016 zum Teil erhebliche Jahresüberschüsse erzielt. Insgesamt blieben den Berechnungen zufolge im genannten Zeitraum 220 000 Euro übrig, Der Stadtrat der Bürgerliste dementierte dies allerdings, sprach von falschen Berechnungsgrundlagen und nannte den Bericht "müßig".

Verärgert zeigte sich SPD-Fraktionschef Roland Richter über das Verhalten der Bürgerliste, die keine zusätzlichen Mittel gefordert habe. Man werde aber in der Öffentlichkeit angegangen, die "böse Stadt" verkürze die Zeiten, erhöhe die Preise und gebe dem Schwimmverein kein Geld. "Das ärgert uns, das ist nicht fair." Richter fragte, warum der Verein mehr Zuschuss brauche, obwohl er Überschuss erziele. Wenn er trotzdem mehr benötige, müsse man darüber reden. "Aber nicht hintenherum." Ähnlich äußerte sich CSU-Chef Stephan Gollwitzer, der eine Verbesserung der Kommunikation forderte: "Wir stehen hinter dem Schätzlerbad und dem Sport."

Verhältnisse abwarten

Sein Fraktionschef Wolfgang Pausch verteidigte die bisherige Praxis zum Unterhalt des Schätzlerbades. Der Überlegung, dass Stadtwerke, Stadt und Verein eine gemeinsame GmbH gründen sollten, steht er skeptisch gegenüber. Bevor zusätzlich 50 000 Euro ausbezahlt werden, will Pausch abwarten, wie sich die Verhältnisse im Verein weiterentwickeln.

Im Sachstandsbericht der Verwaltung war von einem Gespräch zwischen Reinhard Meier und Oberbürgermeister Kurt Seggewiß am 18. Mai die Rede. Dabei habe der SV-Vorsitzende 600 000 Euro Zuschuss zur Aufrechterhaltung des Betriebes im Schätzlerbad gefordert. Ansonsten sei der SV notfalls gezwungen, Teilbereiche des Schätzlerbades zu verkaufen. Meier sagte auch, dass er sich die Gründung einer GmbH gut vorstellen könne. Über die Zukunft des Schätzlerbades würden die Mitglieder des Schwimmvereins bei einer Versammlung am 29. September entscheiden.

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