27.04.2016 - 02:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Stellungnahme des Weidener Baudezernats zum Verkehrswegeplan Fernverkehr mit elektrischen Neigezügen

Elektrifizierung ja, aber nicht hauptsächlich für Güterzüge. Das ist eines der Ziele, die der Weidener Baudezernent und Verkehrsplaner Hansjörg Bohm den Mitgliedern des Weidener Bauausschusses heute vorschlagen wird. In seiner Stellungnahme zum Bundesverkehrswegeplan 2030 schlägt er fünf Punkte vor:

Hansjörg Bohm. Bild: Huber
von Alexander Rädle Kontakt Profil

Keine Verlagerung des Nord-Süd-Güterverkehrs auf die Naabtal-Strecke Hof-Regensburg. Stattdessen Bündelung auf den Strecken Würzburg-Ansbach-München und Würzburg-Nürnberg-Passau. Ausbau des Engpasses Fürth durch Aufnahme in den "Vordringlichen Bedarf".

Attraktiver Fernverkehr mit elektrischen Neigetechnikzügen, die zwischen Hof und Regensburg maximal 90 Minuten unterwegs sind. Falls erforderlich sollten auch Linienbegradigungen vorgenommen werden, etwa zwischen Maxhütte-Haidhof und Regenstauf.

Falls Güterzugverkehr auf den heutigen Hauptstrecken nicht abzuwickeln ist, kommt nach Vorstellungen Bohms die Ertüchtigung der Naabtal-Strecke als "sekundäres Ausbauziel" in Betracht. Durch zusätzliche Überholgleise, engere Blockabstände zwischen Signalen und Gleiswechselbetrieb (fliegende Zugüberholungen) ließen sich entsprechende Kapazitäten schaffen. Weiterer Vorteil: Dadurch wird laut Bohm pflichtige Lärmvorsorge wesentlich wahrscheinlicher.

Der Schienenkorridor München/Nürnberg-Prag wird konkurrenzfähig ausgebaut. Ziel: 2 Stunden Fahrzeit von Nürnberg nach Prag, 3 Stunden von München aus. Dazu solle eine vergleichende Trassenuntersuchung im Städteviereck Nürnberg/Eger/Pilsen/Regensburg vorgenommen werden. Bohm schließt nicht aus, dass eine Neubaustrecke mit direkter Linienführung einen Nutzen-Kosten-Faktor von deutlich über 1,0 erzielen könnte. Möglich wäre aber auch ein Ergebnis, wonach nur Fernbusse eine wirtschaftliche Lösung sind.

Verknüpfung des Nord-Süd-Korridors und des Ost-West-Korridors zur Schaffung von Übereckverbindungen Nürnberg-Leipzig sowie München-Pilsen.

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