Südostlink und Ostbayern-Ring
Stadträte wollen Strom bündeln

Wolfgang Pausch, CSU-Fraktionsvorsitzender, (vorne, Zweiter von links) informierte Landwirte und Stadträte in Halmesricht über den Südostlink. Die Politiker wollen sich für eine Freileitung einsetzen. Bild: Schönberger
Politik
Weiden in der Oberpfalz
12.05.2017
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Landwirte, Grundstückseigentümer und Stadträte verschiedener Fraktionen kämpfen dafür, dass der Südostlink auf den Masten des Ostbayern-Rings an Weiden vorbei geleitet wird. Doch die Zeit drängt.

Halmesricht. "Der Südostlink trifft uns", sagt Stadtrat Wolfgang Pausch auf dem Dorfplatz von Halmesricht. Der Plan für die Leitung sieht unterirdische Erdkabel vor. Der Vorschlagskorridor von Netzbetreiber Tennet verläuft im Osten von Weiden zwischen Störnstein und Irchenrieth. Daneben gibt es zwei Alternativen, die wie eine Spange im Osten und Westen von Neunkirchen vorbeiführen. Südlich von Parkstein und südlich von Neunkirchen treffen diese Routen aufeinander. Die Strecke, die von Parkstein nach Osten geht und dann nach Süden verläuft, betrifft Landwirte und Grundstückseigentümer von Latsch, Frauenricht und Halmesricht. In welchem Korridor Tennet die Trasse bauen wird, stehe erst Ende 2018 fest, informierte Pausch.

Bündelungsgebot

Der CSU-Fraktionschef ist gegen jeden Korridor. Er verfolgt eine andere Idee: Die Leitung des Südostlinks soll überirdisch an den Masten des Ostbayern-Rings angebracht werden. Alois Lukas (CSU) erinnert an das Bündelungsgebot. Dieses besagt, dass neue Stromleitungen entlang bestehender Infrastruktur gebaut werden sollen. Pausch: "Wir sagen klipp und klar: Das ist kein Floriansprinzip." Lukas erklärt den Grund: "Der Ostbayern-Ring ist praktisch planungsfest."

Karl Bäumler, stellvertretender Kreisobmann beim Bauernverband, erläutert, dass die Erdverkabelung der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) politisch gewollt sei. Jede Kommune könne aber beantragen, dass die Kabel "als Freileitung auf Masten" verlaufen.

Bei den Pfosten favorisieren die Landwirte sogenannte Kompaktmasten. Diese sind 65 Meter hoch und unten, an der Stelle, an der sie aus dem Boden ragen, nur 2,20 Meter breit. Landwirte akzeptieren eher höhere, schlanke Masten als mehr Fläche für Gittergestelle zur Verfügung zu stellen, erläutert Bäumler, der das Treffen organisiert hat. Auch den geringeren Flächenbedarf bei einer Bündelung sollen die Politiker bei ihrer Entscheidung berücksichtigen. Unterirdisch verlegte Kabel können 55 Grad warm werden, sagt Bäumler. Alle 10 Kilometer müsse ein Kanalschacht gebaut werden.

Antragsfrist nicht verpassen

Doch die Frist für einen Antrag zur Freileitung ende mit der Antragskonferenz. Diese findet am Mittwoch, 17. Mai, 11 Uhr, und Donnerstag, 18. Mai, 9 Uhr, in der Max-Reger-Halle statt. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung im Internet nötig. "Die Stadträte sollten den Termin nicht versäumen", wünscht sich Bäumler.

Die Anwesenden drängen sich um die Pläne und diskutieren die Streckenverläufe. Karl Bärnklau (Grüne) zweifelt am Nutzen der Stromleitungen. "Der Eingriff in die Natur ist größer, als er sein müsste." Frauenricht habe im Osten die Autobahn, dazu das Munitionslager der Bundeswehr. Da solle nicht auch noch eine Stromtrasse kommen, findet ein Landwirt.

Am Ende der Versammlung meint Lukas: "Ich glaube, wir sind uns alle einig. Wir lassen die Leitung am Ostbayern-Ring entlang laufen." Seine Stadtratskollegen stimmen zu. In ihrer Sitzung am Montag, 15. Mai, wollen sich die Politiker um den Antrag, vom der Erdverkabelung abzuweichen, kümmern.
7 Kommentare
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Maria Estl aus Pullenreuth | 13.05.2017 | 10:13  
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Hilde Lindner-Hausner aus Kohlberg | 13.05.2017 | 10:44  
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Renate Kühnel aus Weiden in der Oberpfalz | 15.05.2017 | 10:40  
278
Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 16.05.2017 | 00:32  
41
Hilde Lindner-Hausner aus Kohlberg | 16.05.2017 | 09:01  
16
Renate Kühnel aus Weiden in der Oberpfalz | 17.05.2017 | 00:19  
278
Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 17.05.2017 | 19:10  
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