04.09.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Uli Grötsch beim Biergartengespräch mit der SPD Lerchenfeld/Stockerhut Agentur für Qualifizierung

"Wir werden sofort nach einer gewonnenen Bundestagswahl die Jahresverträge abschaffen. Zu meiner Zeit hat's das nicht gegeben", verspricht Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch beim Biergartengespräch der SPD Lerchenfeld/Stockerhut in der Gaststätte Naber.

Der Biergarten der Gaststätte Naber war sehr gut besucht. Auch Nicht-Genossen interessierten sich für die Ausführungen von Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch. Bild: Kunz
von Autor UZProfil

Früher sei man als fertiger Auszubildender automatisch von seiner Firma übernommen worden. "2016 war mehr als jedes zweite Arbeitsverhältnis, das in Deutschland geschlossen wurde, ein befristetes", sagt Grötsch.

"Ein junger Mensch, der sich nur von Jahresvertrag zu Jahresvertrag hangelt, hat nicht die Sicherheit, die er braucht, um sich eine Zukunft aufzubauen." Auch die Rentendiskussion werde in der Region ziemlich intensiv geführt, wusste er. "Unsere Position ist klar. Wir wollen auf keinen Fall die Rente mit 70, sondern sie auf 63 ausbauen. Und wir wollen ein steigendes Rentenniveau auf mindestens 48 Prozent bei gleichbleibenden Beiträgen."

Vor allem wolle die SPD Korrekturen an der Agenda 2010 durchführen. Unter Beifall sagte der Bundespolitiker: "Wir wollen abschaffen, dass man nach einem Jahr vom Arbeitslosengeld I in Hartz IV fällt." Grötsch: "Wir wollen ein Arbeitslosengeld Q einführen." Q stehe für Qualifizierung. "Wir wollend die Agentur für Arbeit in eine Agentur für Qualifizierung umbauen." Grötsch erinnerte an die Schließung der Faurecia-Niederlassung in Trabitz. "Entschieden in der Hauptzentrale in Frankreich." Mit einem Federstrich 230 Menschen entlassen. Genossen seien in solchen Dingen besonders sensibilisiert. "Ich glaube, dass nur wir das in uns drinnen spüren können, was diese Menschen durchmachen. Was der Faurecia-Arbeiter denkt, wenn er nachts um zwei wach wird und nicht weiß, wie es weitergehen soll mit ihm und seiner Familie." Wenn er dann nach einem Jahr Arbeitslosigkeit in Hartz IV falle. "Das können nur wir von der SPD nachfühlen."

Ein weiteres Thema war die Benachteiligung von Frauen bei Wiedereintritt in den Arbeitsmarkt nach der Familienpause. Oft heiße es dann: Teilzeit ja, Vollzeit nein. Es ging beim Bürgergespräch aber auch um Lärmvorsorgemaßnahmen entlang der Elektrifizierungsstrecke. Daran habe man parteiübergreifend gearbeitet. "Nun hat Dobrindt das so verkündet. Ich hoffe, dass er das auch nach der Wahl hält. Ich persönlich möchte mal nicht darauf wetten, dass Alexander Dobrindt Verkehrsminister bleibt."

Grötsch versprach: "Das Thema Lärmschutz entlang der Bahnstrecken ist für mich erst dann erledigt, wenn der Lärmschutz auch gebaut ist und die Leute an der Bahnstrecke sagen: Okay, das passt uns so." Zum Gespräch eingeladen hatte Vorsitzender Ralf Moser.

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