25.07.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Unter einem Dach in der Bundesagentur für Arbeit: Sozialbürgerhaus öffnet Ende 2018 – Ende der ... Neues Dezernat für Familie und Soziales

Sozialausgaben, die sich in 15 Jahren auf 43 Millionen Euro nahezu verdreifacht haben.Zu viele Hartz IV-"Karrieren". Ämter und Behörden, die nebeneinander die selben Menschen betreuen. Ein Rathaus, das aus den Nähten platzt. Alles besser machen soll jetzt eine Idee, die Ende 2018 umgesetzt sein soll: das Sozialbürgerhaus.

von Volker Klitzing Kontakt Profil

Beim Namen handelt es sich noch um einen Arbeitstitel, wie Rechtsdezernent Hermann Hubmann am Montag im Stadtrat feststellte. Er wartet noch auf bessere Vorschläge. Entscheidend aber ist der Inhalt. Es geht um ein modernes, leistungsfähiges Zentrum, in dem bürgerorientierte soziale Dienstleistungen unter einem Dach angeboten werden. In der geplanten Form wäre es einzigartig in Deutschland.

Als Standort der Einrichtung, die Ende 2018 ihren Betrieb aufnehmen soll, ist die Bundesagentur für Arbeit in unmittelbarer Nähe zum Neuen Rathaus vorgesehen. Im ersten Obergeschoss wird der Fachbereich Beratung angesiedelt. Wer Leistungen beansprucht, muss ein Stockwerk höher gehen. Platz geschaffen für die insgesamt 61 Arbeitsplätze(29 Einzel- und 16 Doppelbüros) wird durch einen Anbau, in dem das Servicecenter Telefonie untergebracht wird.

Mit der neuen Einrichtung wird gleich noch die Lösung eines zweiten Problems in Angriff genommen. Die Raumnot macht den Beschäftigten im Rathaus zu schaffen. So teilen sich laut Oberbürgermeister Kurt Seggewiß oftmals drei Mitarbeiter ein Büro. Besprechungsräume gebe es gar nicht. Damit wäre es vorbei, wenn das Jugendamt und das Amt für Soziales und Integration sowie die Stabsstellen des Dezernats in das neue Sozialbürgerhaus umziehen und umorganisiert werden.

Dabei entsteht ein neues Dezernat für Familie und Soziales. Es umfasst zwei neue Ämter, die das bisherige Jugend- und Sozialamt auflösen und neu organisieren: das Amt für wirtschaftliche Hilfen und Geldleistungen, das Amt für soziale Dienste, Beratung und Heimaufsicht und die Stabsstelleneinheit für strategische Aufgaben und zentrale Dienste. Ziel ist es, sowohl innerhalb als auch zwischen den Ämtern soziale Problemfälle präventiv und ganzheitlich zu betreuen.

Während Roland Richter und Josef Gebhardt (beide SPD) sowie Rainer Sindersberger (Bürgerliste) das Projekt nachhaltig begrüßten, gab es vor allem seitens der CSU (Wolfgang Pausch und Hans-Jürgen Gmeiner) auch skeptische Beiträge zur Finanzierung der zusätzlichen Kosten von 560 000 Euro pro Jahr. Hierzu wird auf Anregung von Karl Bärnklau alle drei Monate detailliert berichtet. Pausch will Fördertöpfe auftun.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.