VdK möchte im Bundestagswahlkampf mächtig Dampf machen
Lobby für die Schwachen

VdK-Bezirksgeschäftsführer Christian Eisenried begrüßte zur VdK-Großveranstaltung Prominenz und VDK-Mitglieder in einer volbestzten Max-Reger-Halle
Politik
Weiden in der Oberpfalz
16.07.2017
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Mit Großveranstaltungen in allen Regierungsbezirken in Bayern will der Sozialverband VdK Druck auf die politischen Parteien ausüben. "Wer Wahlen gewinnen will, darf den VdK niemals übergehen" sagt VdK-Landesgeschäftsführer Michael Pausder. Nach Weiden hatte der Bezirk unter dem Motto "Soziale Spaltung stoppen" in die Max-Reger-Halle geladen. Die Halle war mit 800 Teilnehmern besetzt.

"Wir werden in diesem Bundestagswahlkampf unser ganzes Gewicht in die Waagschale werfen", sagte Pausder. Nicht nur die Interessen der bundesweit 1,85 Millionen Mitglieder sollen vertreten werden, "sondern einer Mehrheit der Bevölkerung". Pausder beschrieb den Sozialverband auch als "größte Bürgerbewegung für die kleinen Leute". 36 Milliardäre in Deutschland würden so viel besitzen wie die gesamte ärmere Hälfte der Bevölkerung zusammen. Und die Schere gehe immer weiter auseinander. Damit sei eine Schieflage erreicht, die "nicht gut ist für die Stabilität in unserem Land". Dann formulierte Pausder einen sozialpolitischen Forderungskatalog in dessen Mittelpunkt Rentenversicherung, Pflegeversicherung, Krankenversicherung und Steuerpolitik standen.

VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher sagte: "Wir wollen, dass vom wirtschaftliche Erfolg in Deutschland für Arbeitnehmer nicht nur Krümel übrig bleiben." Zum Thema Gesundheit forderte sie, dass der Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Gesundheit im Leben aufgebrochen werden müsse. "Arme sterben früher", sagte sie dazu. Auf dem Arbeitsmarkt seien Schwerbehinderte ein "Fachkräftepool". Barrieren in den Köpfen der Arbeitgeber gegenüber schwerbehinderten Arbeitslosen müssten beseitigt werden. Auch die jüngste Pflegereform könne nicht über das Grundproblem unseres Pflegesystems, dem Mangel an Pflegekräften, hinweghelfen. Bei den Pflegekräften müsse man "weg von dem Diktat der Uhr kommen".

Zwischen den Bundestagsabgeordneten Astrid Freudenstein (CSU), Uli Grötsch (SPD) und den Bundestagskandidaten Stefan Schmid (Bündnis 90/DIE Grünen) und Irmgard Freihoffer (Die Linke) gab es weniger Differenzen beim Thema Altersarmut, dagegen deutliche Unterschiede in der Steuerpolitik. Während Freudenstein eine Vermögenssteuer ablehnte, sei diese für Grötsch ein "Anliegen der SPD". Ja zur Vermögenssteuer und auch zur Erhöhung der Erbschaftssteuer kam auch von Schmid. Freihoffer fordert für die Linkspartei neben Lohnerhöhungen auch große Vermögen und "vagabundierendes Kapital der Finanzmärkte abzuschmelzen".
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