07.07.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Verleihung des Sozialpreises der SPD Familiennothilfe und Hoffnung für Menschen werden mit Sozialpreis ausgezeichnet

Die Forderung, Fluchtursachen zu bekämpfen, ist immer wieder zu hören. Eine schwierige Aufgabe. Die SPD ehrt deshalb zwei Organisationen, die im Ausland Hilfe vor Ort leisten.

Verleihung des Sozialpreises der SPD 2016: Richard Jedrys (mit Urkunde, Mitte links) und Thomas Ebnet (rechts daneben) nehmen ihn für Ihre Vereine entgegen. Stadtrat Norbert Freundorfer (links), Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch (Dritter von links) und Matthias Loew (rechts) würdigen ihr Engagement. Bild: Schönberger
von Redaktion OnetzProfil

"Der Preis liegt der SPD sehr am Herzen", sagte Stadtverbandsvorsitzender Norbert Freundorfer bei der neunten Verleihung des Sozialpreises der Weidener Genossen. "Der Ruf danach, Fluchtursachen zu bekämpfen, wurde in der Vergangenheit laut", erinnerte er. Der Preis für das Jahr 2016 gehe nach dem Prinzip der Ursachenbekämpfung deshalb an Vereine, die in bedürftigen Regionen der Welt Hilfe vor Ort leisteten.

Die "Familiennothilfe Sri Lanka" und der Verein "Hoffnung für Menschen" erhielten den mit jeweils 250 Euro dotierten Preis und eine Urkunde als Anerkennung für ihr außergewöhnliches Engagement. Überreicht wurde beides von Stadtrat Matthias Loew.

Aus Gaskocher wird Hotel

Richard Jedrys nahm ihn als Vorsizender für die Familiennothilfe entgegen. Sie ist bereits seit 12 Jahren aktiv. 2004 sei er zusammen mit anderen Mitgliedern und einem Dolmetscher nach Sri Lanka gefahren, um sich ein Bild von der Situation nach dem Tsunami zu machen. Mit 6000 Euro konnte der Bevölkerung dort viel geholfen werden, berichtete er. Nach der Rückreise gründeten sie den Verein, weil ihrer Ansicht nach von anderen Spendenaktionen zu wenig bei den Menschen ankam.

"Wir helfen immer da, wo es am sinnvollsten ist", sagte Jedrys. "Vor allem die Hilfe für Familien und Bedürftige und die Versorgung mit Arbeitsgeräten, um eine eigene Existenzgrundlage für die Einheimischen zu schaffen, sind unsere Ziele." Aus einem Friseurset für 25 Euro habe sich beispielsweise ein Frisörladen entwickelt und aus einem Gaskocher ein Hotel. Der Verein investierte in Sri Lanka insgesamt bereits 246 000 Euro.

Thomas Ebnet vertrat den Verein "Hoffnung für Menschen". Gegründet wurde er von Horst Heider, Martina Völkl, Hans Völkl und Pfarrer Antony Soosei. Letzterer bilde eine wichtige Brücke zu den Menschen vor Ort in Indien. In dem Slum Nagercoil hätten zu Beginn ihrer Arbeit 60 Prozent der Kinder keine Schule besucht, gebettelt und gestohlen. Nun gingen 100 Prozent der Kinder in die Schule.

Alle Spenden kommen an

Neben Bildung vor Ort setze sich der Verein nach dem Vorbild der SOS-Kinderdörfer zudem für Witwen und Waisen ein. Ziel des Vereines sei es ebenfalls, den Menschen die Schaffung einer Existenzgrundlage zu ermöglichen. Zwei Millionen Euro Spenden kamen den Bedürftigen bislang zugute. Beide Vereine garantieren: 100 Prozent der Spenden kommen an und werden ausschließlich für die Hilfen vor Ort verwendet. Transport- und Personalkosten werden anderweitig finanziert.

Laudator und Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch würdigte das soziale Engagement und sicherte für die Zukunft seine Hilfe zu. "Die Welt ist aus den Fugen geraten. Sie sorgen dafür, dass sie wieder in ihre Fugen gerät", sagte Grötsch. Diese ehrenamtliche Hilfe sei ein Aushängeschild für Deutschland im Ausland.

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