Video-Projekt zur Woche gegen Rassismus an der Europaberufschule
Demokratie in Szene gesetzt

Alle Projektteilnehmer von "Demokratie und Wahlen" erhalten von Staatssekrtär Berd Sibler (stehend, Mitte) Urkunden. Bilder: sbü (2)
Politik
Weiden in der Oberpfalz
18.03.2018
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"Wir brauchen mehr von diesen Projekten", fordert Bürgermeister Lothar Höher bei Vorstellung des Projekts "Demokratie und Wahlen" an der Europaberufsschule. Auch Staatssekretär Bernd Sibler zeigt sich begeistert von den selbstgedrehten Videos der Schüler.

Jeweils zehn Schüler aus den Integrationsklassen und den Bankfachklassen verbrachten gemeinsame Projekttage im Zuge der Internationalen Woche gegen Rassismus. Die Aufgabe der Schüler: Zwei Videoclips zum Thema "Demokratie und Wahlen" drehen.

Staatssekretär Bernd Sibler zeigte sich begeistert nach der Vorführung der Filme: "Wir wollen mit solchen Projekten eine Haltung der Offenheit fördern und darauf hinweisen, dass es in vielen Ländern keine Freiheit der Meinungsäußerung gibt." Er verwies darauf, dass die Bayerische Staatsregierung für die Integrationsarbeit an Schulen 2500 zusätzliche Lehrerstellen, darunter auch 1300 für Berufsschulen, bewilligt habe. "Integrationsklassen wird es geben, solange Bedarf dafür besteht", bestätigte der Staatssekretär.

In den Videoszenen ging es unter anderem um die Themen Kopftuch, Meinungsfreiheit, freie Wahlen, Populismus und Pressefreiheit. Während Projektteilnehmer der Integrationsklassen dabei die Situation in ihren Herkunftsländern schilderten, lauteten die Aussagen in den Filmen: "Wählen gehen und nicht im Regen stehen" oder "Was ist deine Meinung? Du kannst sie frei äußern". Mohamad und Tom, beide Schüler der Integrationsklassen, resümieren die Projekttage: "Das Projekt hat uns zu neuen Meinungen gebracht." Die Berufschule kooperierte für das multimediale Projekt mit der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit und mit Philipp Reich vom T1 Jugendmedienzentrum Oberpfalz. Er unterstützte die Jugendlichen vor allem bei den Dreharbeiten. "Es sind super Filme mit toller Botschaft geworden", lobte er. "Die Jugend ist nicht politikverdrossen, aber man muss ihr den Zugang zur Politik erleichtern", so Reich. Uta Löhrer von der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit versprach den Schülern mehr solcher Projekte.

Professor Alfred Riedl von der TU München forderte die Schüler dazu auf, "das politische Bewusstsein an die Schulkameraden heran und in die Gesellschaft hineinzutragen". Ähnlich appellierte auch der Staatssekretär: "Nicht zuschauen, sondern mitmachen." Er verwies auf ein Wahlergebnis in seinem Heimatbezirk, bei dem eine einzige Stimme den Ausschlag gegeben hatte. Es sei wichtig, sich einzubringen. "Denn Menschen, die sich beteiligen, sind die Säule der Demokratie." Bürgermeister Lothar Höher stellte abschließend fest: "Gut gemacht. Ich denke, wir brauchen mehr von diesen Projekten." Auch der Politikverdrossenheit könne dadurch entgegengewirkt werden. Höher versprach, den Vorschlag, ein Schülercafé an der Europaberufsschule einzurichten, weiterzugeben.

Menschen, die sich beteiligen, sind die Säule der Demokratie.Staatssekretär Bernd Sibler
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