25.04.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Vortrag über Kommando "Territoriale Aufgaben" Amtshilfe im Katastrophenfall

Seit 2013 existiert das Kommando "Territoriale Aufgaben" der Bundeswehr. Über dessen Einsatzbereiche informierte Generalmajor Jürgen Knappe in der Ostmark-Kaserne.

Als Weidener Kommandeur dankte Oberstleutnant Christian Kiesel (rechts) Generalmajor Jürgen Knappe für dessen Referat über das Kommando "Territoriale Aufgaben" der Bundeswehr mit einem Wappen des örtlichen Artilleriebataillons 131. Bild: Dobmeier
von Autor rdoProfil

Mit Indienststellung des Kommandos "Territoriale Aufgaben" in Berlin bündelte die Bundeswehr die Koordination sämtlicher militärischer Fähigkeiten in der zivil-militärischen Zusammenarbeit (ZMZ-I) und leistet Amtshilfe im Katastrophenfall. Die erste Bewährungsprobe hatte das Kommando kaum 100 Tage nach Indienststellung mit dem Hochwasser des Sommers 2013 zu bewältigen.

Über die Kernkompetenzen des Kommandos "Territoriale Aufgaben der Bundeswehr" referierte der Leiter, Generalmajor Jürgen Knappe, aus Berlin. Der Kommandeur des Artilleriebataillons 131 Weiden, Oberstleutnant Christian Kiesel, hatte Knappe, Leiter des Kommandos, als Referenten ins Casino der Ostmark-Kaserne geladen. Auch zahlreiche Politiker, Vertreter der US-Armee in Grafenwöhr und Amtsleiter waren an dem Thema interessiert.

Der Kernauftrag in der ZMZ-I wird im Grundgesetz als Hilfeleistung der Bundeswehr im Inland definiert. Das Leitmotiv lautet: "Beraten - Bereitstellen - Führen". Die in den Bundesländern stationierten Landeskommandos sind dem Berliner Kommando unterstellt und direkte Ansprechpartner der jeweiligen Innenministerien. Sie informieren über zur Verfügung stehende militärische Kräfte und Fähigkeiten und nehmen Anträge auf Hilfeleistungen entgegen.

Längerfristige Hilfe

Auf der Ebene der Regierungsbezirke und Landkreise hält ein flächendeckendes Netzwerk von mehr als 30 Bezirks- und über 400 Kreisverbindungkommandos mit ortskundigen Reservisten den Kontakt zu den zivilen Stellen. Von den über 20 000 Soldaten und zivilen Angehörigen des Kommandos "Territoriale Aufgaben" haben mehr als 10 000 den Status Reservist. 30 Regionale Sicherungs- und Unterstützungskompanien stehen zudem als Teil der territorialen Reserve bereit.

Anders als beim Hochwassereinsatz wie in Simbach am Inn handelte es sich bei der Flüchtlingshilfe nicht um einen zeitlich begrenzten Einsatz, sondern um eine längerfristige Unterstützung, erklärte er. Die Durchhaltefähigkeit sei dann eine ganz andere Herausforderung. Vor diesem Hintergrund waren dort von Anfang an Reservisten eingesetzt.

Das Spektrum reichte von längerfristigen Aufgaben wie der Unterstützung von Behörden bei der Registrierung der Flüchtlinge bis hin zu "schnellen Unterstützungskräften", die kurzfristig bereitstehen, um beispielsweise Material zu transportieren oder beim Aufbau von Unterkünften zu helfen. Auch die Bereitstellung von Bussen, Röntgengeräten oder auch Zelten, Betten, Decken und Verpflegung zählte dazu. Außerdem hatte die Bundeswehr innerhalb ihrer Liegenschaften und in zwei sogenannten Wartezentren Unterbringungsmöglichkeiten für mehr als 46 000 Flüchtlinge geschaffen.

Kapazität ist begrenzt

"Angesichts dieser umfassenden Unterstützung erfährt das Kommando territoriale Aufgaben großen Zuspruch bei den Landesregierungen, Behörden und der Bevölkerung", erklärte Generalmajor Knappe. Er dankte für das gute Zusammenspiel bei Einsätzen mit Bundespolizei, Technischem Hilfswerk, BRK, Johannitern und anderen Organisationen.

Er machte klar, dass hinsichtlich der Truppenreduzierung nicht unermesslich aus dem Vollen geschöpft werden könne. Bundesweit stünden 80 Busse und 150 Zelte für Hilfsaktionen zur Verfügung. "Es muss berücksichtigt werden, dass Amtshilfe keine Regelaufgabe der Bundeswehr ist. Militärischer Kernauftrag sind die Einsätze, und diese fordern die Streitkräfte in erheblichem Umfang."

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