05.09.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weiden erwartet bis zu 25 Neuankömmlinge - Camp Pitman voll belegt - Mögliche Containerlösung Asylbewerber: Unterkünfte gesucht

Die steigende Zahl von Asylbewerbern stellt die Regierung der Oberpfalz vor eine große Herausforderung. Die Gemeinschaftsunterkünfte sind voll belegt. Nun hat die Regierung gehandelt: Alle Landkreise und kreisfreien Städte müssen neue Asylbewerber aufnehmen. Die Stadt Weiden erwartet zwischen 20 und 25 Personen, teilt Oberbürgermeister Kurt Seggewiß am Donnerstag mit.

Die Stadt braucht dringend neue Unterkünfte für Asylbewerber. Rechtsdezernent Hermann Hubmann (links) und OB Kurt Seggewiß wenden sich nun an die Bevölkerung. Bild: Hartl
von Martin Maier Kontakt Profil

Regierungsvizepräsident Walter Jonas informierte am Dienstag den OB über die Situation. "Er appellierte an die Solidarität der Gebietskörperschaften, mitzuhelfen und neue Unterkünfte zur Verfügung zu stellen", berichtet Seggewiß. Am nächsten Tag führten die Verantwortlichen der Stadt intensive Gespräche, und nun wenden sie sich an die Öffentlichkeit. Denn die neuen Asylbewerber werden schon übernächste Woche in der Max-Reger-Stadt erwartet.

"Wir haben eigentlich unsere Aufnahmequote übererfüllt. Aber die Unterbringungsprobleme der Regierung sind riesig", sagt Rechtsdezernent Hermann Hubmann. Momentan wohnen in Weiden mehr als 140 Asylbewerber. Die Gemeinschaftsunterkunft Camp Pitman ist mit etwa 120 Personen voll belegt. Zudem betreut die Stadt 19 Minderjährige, die von ihren Eltern getrennt sind. Aber dies reiche nun nicht mehr aus. "Wir sind in der Pflicht, solidarisch zu sein", erklärt Seggewiß.

Was dem OB wichtig ist: "Ich möchte nicht, dass die Leute in Zelten untergebracht werden. Der Oberpfälzer Winter ist rau." Momentan überprüfe die Stadt ihre Immobilien, als Beispiel nennt er die Schlachthof-Villa (Rotkreuzplatz). Eine weitere Lösung seien Container. Daher halte man auch Aussicht nach Standorten. Seggewiß erwähnt in diesem Zusammenhang die Gabelsbergerstraße. Dort waren schon vor einigen Jahren auf dem Parkplatz am Friedhof Container für die Max-Reger-Schule aufgestellt.

Appell an Bevölkerung

Aber er wendet sich vor allem auch an die Bevölkerung: Bürger sollten sich melden (Kontakt: asyl[at]weiden[dot]de), wenn sie passende Gebäude/Wohnungen haben beziehungsweise einen geeigneten Standort für Container. Diese könnten auch in einem Gewerbegebiet aufgestellt werden, Plätze in Industriegebieten seien allerdings nicht geeignet.

"Die Asylbewerber sind auf unsere Hilfe angewiesen. Ich appelliere an alle Weidener, diese Leute gut aufzunehmen", blickt der OB schon voraus. Er hoffe, dass die Bevölkerung Verständnis für die Situation aufbringt.

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