16.10.2017 - 12:48 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weiden: Oberbürgermeister lässt beim Empfang zum 60. Geburtstag aufhorchen Kurt Seggewiß zieht sich 2020 zurück

Kurt Seggewiß wird bei den Kommunalwahlen 2020 nicht mehr als Oberbürgermeister kandidieren. Das gab er am Montag bei einem Empfang im Neuen Rathaus bekannt.

von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Vor zahlreichen Vertretern aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, insgesamt rund 500 Gästen, verkündete Seggewiß den Entschluss, den er schon vor mehreren Wochen mit seiner Familie getroffen hat. Alle waren sie ins Rathaus gekommen, um dem Oberbürgermeister zum 60. Geburtstag zu gratulieren - und zu hören, wie sich der Jubilar zu seiner Zukunft äußert. Nämlich: "Zwei Wahlperioden sind genug."

Die Entscheidung, 2020 nicht mehr anzutreten, habe er "im kleinen Kreis" diskutiert und vor allem mit seiner Familie - Frau Maria und Sohn Jan - getroffen, sagte der Jubilar. Die bisher zehnjährige Amtszeit sei nicht einfach gewesen, geprägt von Spardiktaten und schwierigen Mehrheitsverhältnissen. "In einem Jahr Kommunalpolitik altert man um zwei Jahre", bekannte der Oberbürgermeister. Am Ende der nächsten Amtsperiode wäre er 69. "Ein alter Dackel sein und die Stadt regieren - das möchte ich nicht." Zum Empfang eingeladen hatten die Bürgermeister Jens Meyer und Lothar Höher. Meyer (SPD) wird nun als möglicher Nachfolger für den Chefsessel im Rathaus gehandelt und ist auch der Wunschkandidat von SPD-Mann Seggewiß, wie dieser auf NT-Nachfrage betonte. Welche Bewerber die anderen Parteien ins Rennen schicken, ist noch unklar.

Kurt Seggewiß zieht sich in drei Jahren vom fordernden Chefposten im Rathaus auch deshalb zurück, weil er der Familie mehr Zeit widmen will. Mit ihr feierte er seinen "Runden" am Samstag auf dem Scheidlerhof in Hammerharlesberg. Seit 2007 ist Seggewiß Oberbürgermeister der Stadt Weiden. Damals folgte er Hans Schröpf (CSU) nach, der infolge von Verurteilungen wegen Untreue und Steuerhinterziehung zum Nachteil der Stadt zurückgetreten war. In einer Stichwahl setzte sich der Genosse überraschend gegen CSU-Kandidat Lothar Höher durch. Auch 2014 gelang Seggewiß ein Kunststück: Gleich im ersten Wahlgang erhielt er die absolute Mehrheit mit über 52 Prozent - trotz fünf Gegenkandidaten.

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