23.02.2018 - 16:56 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Weidener Friedhofsgebühren stehen erneut zur Diskussion In Amberg kommt der Tod teurer

Das Thema Friedhofsgebühren lässt die Stadträte nicht los. Nach langwierigen Debatten wurden sie zum 1. Januar erhöht. Trotzdem wird sich der Finanzausschuss am Dienstag erneut mit der Materie befassen.

Ein Grabplatz auf dem Weidener Stadtfriedhof kostet je nach Lage unterschiedlich, in Amberg dagegen für 15 Jahre 720 Euro. Bild: Schönberger
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Denn die Ansichten über die Gebührenerhöhung gingen in den Debatten zum Teil weit auseinander. Insbesondere Stefan Rank (Bürgerliste) hatte sich gegen die Erhöhung gestemmt und sogar eine Kostensenkung für die Bürger gefordert. Mit 30 Ja- und 5 Gegenstimmen (alle Bürgerliste) war die neue Gebührensatzung schließlich genehmigt worden (wir berichteten).

Die Verwaltung erhielt allerdings den Auftrag, einen Vergleich mit anderen Städten anzustellen und zu prüfen, ob alle Einsparmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Die Ergebnisse werden am kommenden Dienstag präsentiert. Dabei zeigt sich, dass Weiden - was die Beisetzungsgebühren betrifft - gar nicht so schlecht abschneidet, im Vergleich mit Amberg sogar sehr gut.

Die Nachbarstadt an der Vils langt ihren Bürgern hier wesentlich tiefer in die Tasche. Begründet wird dies von Pressesprecherin Susanne Schwab unter anderem damit, dass die Stadt Amberg insgesamt fünf Friedhöfe unterhält, darunter mit dem Waldfriedhof in Raigering und dem Katharinenfriedhof zwei sehr große Gottesacker. "Außerdem muss die Stadt die tatsächlichen Kosten umlegen, weil die Finanzierung der Friedhöfe kostendeckend sein muss." Ein Argument, dass die Weidener Verwaltung bei der Gebührenerhöhung ebenfalls ins Feld geführt hat. Der Vergleich der Beerdigungsgebühren zeigt nun, dass die Max-Reger-Stadt in etwa gleichauf mit Deggendorf liegt, höher als Regensburg aber deutlich niedriger als Amberg (siehe Grafik). Bei den Urnengräbern sind die Gebühren für den Stadtfriedhof und den Waldfriedhof in Weiden am zweitgünstigsten, bei den Urnennischen sogar am günstigsten im Vergleich mit den fünf anderen Städten.

Besonders drastisch fällt - wie erwähnt - der Vergleich mit Amberg aus. Dort kostet eine Urnenbeisetzung 617 Euro, in Weiden 129 Euro. Für die Beisetzung in einfacher Grabtiefe werden in der Max-Reger-Stadt 664 Euro fällig, in Amberg dagegen 1484 Euro. Trotz dieser sehr unterschiedlichen Gebühren werden die Beisetzungskosten von der Verwaltung im Durchschnitt mit 750 Euro in Deggendorf, Regensburg und Amberg angegeben, mit 780 in Weiden etwas höher und mit 850 in Bayreuth am höchsten. Das deutet darauf hin, dass Urnenbeisetzungen in den Nachbarstädten noch häufiger sind, als in Weiden.

Den Rückgang der Sargbestattungen und erheblichen Anstieg der Urnenbeisetzungen nennt die Weidener Verwaltung auch als Grund dafür, dass die Gebühren für die Beisetzung am stärksten erhöht wurden. So wurden 2017 auf dem Stadtfriedhof 44 und auf dem Waldfriedhof 29 Urnen in Nischen beigesetzt. Außerdem verzeichnete der Stadtfriedhof 108 Sargbestattungen und 107 Urnenbeisetzungen in Erdgräbern. Am Waldfriedhof waren es 37 Sargbestattungen und 82 Urnenbeisetzungen in Erdgräbern. Für den Friedhof im Stadtteil Rothenstadt gilt übrigens eine gesonderte Gebührensatzung, während die Amberger Satzung für eingemeindete Friedhöfe wie zum Beispiel in Ammersricht gleichermaßen gilt.

Die großzügige Anlage des Waldfriedhofs bietet laut Vorlagebericht aber eine Chance, doch noch an der Kostenschraube zu drehen. Denn bei einem hohen Anteil an Grünflächen und Waldbestand kann ein Teil der Kosten auf den städtischen Haushalt umgelegt werden, quasi für das öffentliche Naherholungsangebot. Dabei hat die Kommune einen gewissen Ermessensspielraum.

Aktuell ist der Anteil in Weiden auf zehn Prozent festgelegt. Aus Verwaltungssicht könnte der Kostenanteil für das sogenannte "öffentliche Grün" aber auf bis zu 25 Prozent hochgesetzt werden. Das würde für die Gebührenzahler eine Kostenreduktion von 131 500 Euro pro Jahr bedeuten, für die Stadtkasse eine Mehrbelastung in gleicher Höhe.

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