Weidener Neubürgertag
"Hier ist die Welt in Ordnung"

Beim Empfang der Stadt kommen die Weidener Neubürger ins Gespräch. Bild:Schönberger
Politik
Weiden in der Oberpfalz
03.12.2016
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Kultur, Familie, Jobangebote: Es gibt viele Gründe, nach Weiden zu ziehen. Damit sich die neuen Bürger schnell zurecht finden, lädt die Stadt zum ersten Neubürgertag ins Neue Rathaus ein.

Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz ist bei der Begrüßung der neuen Weidener - 67 sind in den Sitzungssaal gekommen - fast ein wenig neidisch. "Ich beneide Sie, dass Sie Weiden neu entdecken dürfen", sagt sie und rät: "Gehen Sie am Mittwoch oder Samstag auf den Markt. Sie treffen alte und neue Freunde."

Neue Leute, aber auch die Stadt und ihre Institutionen kennenlernen, sind die Ziele des Nachmittags. Bei Sekt oder Orangensaft kommen die Neubürger ins Gespräch und erzählen, warum sie nach Weiden gekommen sind.

Sonja und Reiner Würdinger zum Beispiel wollen in der Oberpfalz ihren Ruhestand genießen. Er ist gebürtiger Weidener, sie kommt aus Baden-Württemberg, gelebt hatten sie zuletzt 40 Jahre in Hessen. "Wir haben uns bewusst für Weiden entschieden, die Familie meines Mannes wohnt noch hier", betont Sonja Würdinger. "Weiden ist einer der schönsten Plätze in Deutschland. Hier ist die Welt noch in Ordnung", ergänzt ihr Mann.

Nachzug aus Kasachstan

Ebenfalls wegen der Familie ist Katja Wolf mit ihren Kindern Sergey Kadyntsev sowie Tatjana Kuzhaktimetova und deren Sohn Artur aus Kasachstan nach Weiden gekommen. Ihre Schwester Lydia Wolf lebt bereits seit Juni 2004 in der Stadt. Der Familie gefällt es hier, auch wenn es noch ein paar Probleme zu lösen gibt. "Sergey hat einen Lkw- und Busführerschein und möchte auch hier wieder fahren. Wir wissen nur noch nicht, wie das funktioniert", erklärt Lydia Wolf.

Einen weniger weiten Umzug hatte das Ehepaar Christoph hinter sich. Es wohnte vorher in Altenstadt. "Die Kinder sind ausgezogen und das Haus ist zu groß geworden", sagt Rainer Christoph. Nach dreieinhalb Jahren Suche haben er und Frau Doris schließlich ihre Traumwohnung am Hammerweg gefunden. Fünf Minuten vom Goldsteig entfernt - der ist Rainer Christophs Hobby.

Der Arbeit wegen hat es Katrin Enzmann aus Trier nach Weiden verschlagen. Sie hat zuerst ein Praktikum gemacht und ist als Umweltplanerin geblieben. An der Stadt gefällt ihr, dass es viel Grün gibt. Viel mehr hat sie allerdings noch nicht gesehen. "Ich bin vor allem mit Arbeit und dem Einrichten der Wohnung beschäftigt."

Dass es in Weiden viel zu entdecken gibt, gibt Petra Vorsatz den Neu-Weidener mit auf den Weg. Etwa den Storch und das Alte Rathaus. Den Storch gibt es nachweislich seit 1576 in der Stadt. Damals war das Nest auf dem Alten Rathaus eingebrochen. Auf die Frage, wie das passieren konnte, nachdem dieses doch erst 1548 fertiggestellt wurde, habe Vorsatz die Antwort bekommen: "Weil's ein g'wamperter Storch war." Für die, die des Oberpfälzischen noch nicht mächtig sind: Ein g'wamperter Storch ist "wohlbeleibt".

Ich beneide Sie, dass Sie Weiden neu entdecken dürfen.Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz
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