Weidens Rathauschef besucht Bundeswehr und Bürgermeister von Prizren
Seggewiß, der Staatsgast im Kosovo

Geschenkübergabe im Fokus der kosovarischen Medien: Kurt Seggewiß (Vierter von links) überreicht Mytaher Haskuka (Dritter von rechts), Bürgermeister von Prizren, ein Buch und eine Tasse von Weiden. Er selbst erhält eine Medaille - und ebenfalls ein Buch, nur halt über Prizren.
Politik
Weiden in der Oberpfalz
02.04.2018
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Über den Dächern von Prizren: Der Oberbürgermeister (Zweiter von links) und Oberstleutnant Christian Kiesel (rechts) lauschen dem Stadtführer.

Das darf freilich nicht fehlen: Neben seinem Besuch bei den Weidener Soldaten im Kosovo schaute der Oberbürgermeister auch bei seinem Amtskollegen von Prizren vorbei.

Prizren. Die Kosovaren ließen sich nicht lumpen. Wie ein Staatsgast wurde Oberbürgermeister Kurt Seggewiß im Rathaus von Prizren empfangen. Im großen Büro seines kosovarischen Amtskollegen, Mytaher Haskuka, nahmen die Politiker auf glänzenden Ledersesseln Platz, zwischen ihnen die Fähnchen der beiden Länder. Nach einem einstündigen Gespräch gaben die Bürgermeister in der Empfangshalle eine Pressekonferenz. Drei kosovarische Kamerateams waren gekommen, um über den Gast aus Weiden zu berichten.

"Wo ist die Bauplanung?"

Haskuka freute sich über den Besuch: "Das ist etwas Besonderes." Mit Seggewiß sprach er vor allem über die Probleme in seiner Stadt, und was er anpacken möchte. Die im ganzen Land grassierende Korruption wolle er bekämpfen, den illegalen Wohnungsbau stoppen - im Kosovo werden die meisten Häuser so gebaut, wie es den Leuten gerade gefällt. Seggewiß fragte Haskuka: "Wo ist die Bauplanung? Das ist ja wie Kraut und Rüben."

Außerdem plauderten die Bürgermeister über die wirtschaftlichen Probleme. Haskuka möchte bessere Möglichkeiten für Firmen und Investoren schaffen. Damit die jungen Kosovaren zurückkehren, die der besseren Zukunftsaussichten wegen ins Ausland gegangen sind, viele auch nach Deutschland. Der Weidener wünschte seinem Kollegen viel Kraft, um die ambitionierten Ziele zu erreichen. Haskuka ist ja erst am Anfang seiner Politiker-Karriere, noch nicht einmal Hundert Tage im Amt. Seggewiß dagegen bereits zehn Jahre, wie er ihm erzählt. Zehn Jahre - so lange gibt es den Staat Kosovo erst.

Den Abstecher ins Rathaus von Prizren machte der Weidener Oberbürgermeister anlässlich seines Besuches des Artilleriebataillons 131 in Pristina und Prizren. Zweieinhalb Tage lang machte er sich ein Bild vor Ort. Um zu sehen, was die Weidener Soldaten im Kosovo machen, wie es ihnen geht und wie sie untergebracht sind. In mehreren Gesprächen hörte sich Seggewiß auch die Wünsche der Soldaten an den Standort in der Heimat an. Von der Stadt hätten sie gerne mehr Informationen über die Sportvereine und -möglichkeiten in Weiden. Gerade für neue Soldaten, die nicht aus der Region stammen.

Soldaten freuen sich

Für die Truppe war der Besuch des Oberbürgermeister ein schönes Erlebnis, wie viele mitteilten. Oberstabsgefreite Vanessa W. sagte: "Das ist cool. Hätte ich nicht gedacht. Respekt." Auch Oberstleutnant Christian Kiesel, Kommandeur des Weidener Artilleriebataillons und des 49. deutschen Einsatzkontingents KFOR, freute sich: Bürgermeisterbesuche seien leider mittlerweile selten. Seggewiß habe von seinem Trip viel mitgenommen: "Es ist bewundernswert, wie die Leute hier mit den verschiedenen Ethnien umgehen, gerade in Prizren." Auch das deutsche Camp begeisterte ihn. "Für mich war neu, wie so ein Lager funktioniert. Ich bewundere die Autarkie."

Dort gab's für Seggewiß auch ein bisschen was von der Heimat. Die Köche haben extra ein essbares Weiden-Wappen anfertigen lassen. Auch in der Truppenküche kamen heimische Gefühle auf: Alle Tassen sind von Seltmann. Ob die auch eigens für den Oberbürgermeister angeschafft wurden? Wohl eher nicht.

Hier der Bericht von "TV Prizreni" über den Besuch des Weidener Oberbürgermeisters:


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