13.03.2018 - 21:46 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Weiter zwei Sitze im Kabinett? Oberpfälzer Hoffnungen ruhen auf dem Ministerpräsidenten

Der CSU-Bezirksverband Oberpfalz ist der zweitgrößte in Bayern. Nicht nur daraus schöpfen Oberpfälzer Christsoziale den Wunsch, dass die Region weiter zwei Sitze im Kabinett bekleidet: Neben dem - gesetzten - Albert Füracker auch mit einem Nachfolger für Ministerin Emilia Müller, die nicht mehr kandidiert.

Der kommende Ministerpräsident Markus Söder (mitte) entscheidet, wer künftig am Kabinettstisch sitzt. Das Archivbild zeigt Söder zwischen Finanzstaatssekretär Albert Füracker (links) und Bernd Sibler, Staatssekretär im bayerischen Bildungsministerium (rechts). Bild: dpa/Matthias Balk
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Weiden/Amberg. In diesen Tagen der Entscheidung wird die Erinnerung an Hans Spitzner wach: Der ehemalige CSU-Bezirkschef war über lange Jahre als Wirtschaftsstaatssekretär der einzige Oberpfälzer in der Staatsregierung. Auch heute macht sich der 74-Jährige keine Illusionen: Zumindest bis zur Landtagswahl im Oktober werde Albert Füracker wohl der einzige Oberpfälzer am Kabinettstisch sein: "Glauben Sie mir: Markus Söder muss als Franke auf die Empfindlichkeiten der Oberbayern-CSU Rücksicht nehmen", sagt Spitzner den Oberpfalz-Medien.

Hans Spitzner hält eine absolute Mehrheit der CSU bei der Landtagswahl nicht "für ausgeschlossen, aber nicht für wahrscheinlich". Der Staatssekretär a. D. erinnert übrigens daran, wie seine damalige Wirtschaftspolitik heute in der Nordoberpfalz Früchte trage: "Wie bin ich kritisiert und beschimpft worden ..."

Als mögliche Staatssekretäre (falls überhaupt eine Chance besteht) favorisieren CSU-Kreise den 49-jährigen Tobias Reiß aus dem Landkreis Tirschenreuth und den Amberger Harald Schwartz (49). Reiß profilierte sich in den vergangenen Jahren als engagierter regionaler Brückenbauer; er ist Vorsitzender des Ausschusses für Fragen des öffentlichen Dienstes. Der Wirtschaftsrechtler Schwartz, Inhaber einer großen Kanzlei für Insolvenzrecht, gilt als fachlich sehr versiert. Beide Abgeordnete äußern sich auf Nachfrage geradezu staatsmännisch zurückhaltend. Schwartz: "Albert Füracker vertritt die Oberpfalz im Kabinett in allen Belangen hervorragend. Natürlich wäre es schön, ein zweites Kabinettsmitglied aus der Oberpfalz zu entsenden. Das ist aber Sache des Ministerpräsidenten. Es steht mir als Abgeordnetem, der gerade seine erste Wahlperiode durchlebt, nicht zu, hier Vorschläge zu unterbreiten."

"Bei Ministerpräsident Söder und CSU-Bezirksvorsitzendem Füracker ist diese Entscheidung in besten Händen", sagt Tobias Reiß, der seit zehn Jahren dem Landtag angehört. Reiß ist eindeutig die erste Wahl von Stephan Oetzinger (CSU-Kreisvorsitzender Neustadt/WN), den Bürgermeistern Edgar Knobloch (Grafenwöhr) und Harald Grillmeier (Mitterteich) oder JU-Bezirksvorsitzendem Christian Doleschal .

"Tobias Reiß wäre ein optimales Zeichen", meint Grillmeier. Er verweist gleichzeitig auf das "äußerst effektive Team" Söder/Füracker, das in den vergangenen Jahren für die Nordoberpfalz enorm viel bewegt habe. "Es wäre an der Zeit, dass die Oberpfalz für ein zweites Kabinettsmitglied in Position gebracht wird", betont Doleschal, der auch dem CSU-Landesvorstand angehört. "Neben Füracker als Minister muss ein Staatssekretär aus der Oberpfalz kommen. Ich kann mir hier nichts anderes vorstellen", unterstreicht Stephan Oetzinger. Bürgermeister Knobloch freut sich übrigens darauf, Füracker am 18. März als Hauptredner beim Josefi-Frühschoppen in Grafenwöhr zu begrüßen.

Ein politisches Idealbild zeichnet Landrat Andreas Meier (Neustadt/WN): Anstatt sich immer nur auf den Regionalproporz oder sonstige Arithmetik zu fokussieren, sollten so herausgehobene Ämter immer nach der bestmöglichen Qualifikation besetzt werden. Meier: "Personaldiskussionen finde ich zwar für die Öffentlichkeit und die Medien spannend, für die Arbeitsebene jedoch eher untergeordnet. "

Sollte es für die CSU bei der Landtagswahl tatsächlich nicht zur absoluten Mehrheit reichen, spätestens dann eröffnen sich für die Oberpfalz weitere personelle Optionen. Durch andere Parteien.

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