10.08.2017 - 21:50 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Wichtige Termine zum Gewerbegebiet stehen an Für West IV wird's spannend

Die Stromtrasse des Süd-Ost-Links wird im Westen der Stadt verlaufen und das Gewerbegebiet West IV lahmlegen. Deswegen geht es mit dem Areal nicht weiter. Dieses Gerücht machte bei SPD und CSU im Juli die Runde. "Unsinn" hält Projektleiterin Cornelia Taubmann dagegen.

Die Brandweiher-Kreuzung soll als Kreisverkehr die Hauptzufahrt zum neuen Gewerbegebiet West IV werden. Sobald das Areal von Ost nach West erschlossen ist, könnte aus der Notausfahrt weiter stadtauswärts auf der B 470 eine Abbiegemöglichkeit Richtung Bayreuth werden.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Auf NT-Anfrage hatte Netzbetreiber Tennet schon verlauten lassen, dass West IV keine großen Probleme machen dürfte. Zudem stehe der Trassenverlauf noch längst nicht fest.

Trotzdem: Um das Gewerbegebiet ist es so ruhig geworden, dass dies auch Stadträten wie Gerald Bolleininger (SPD) verdächtig vorkommt. Dabei laufen die Planungen auf Hochtouren, versichert Taubmann: "Wir sind in der Endphase der Begründung des Bebauungsplans." Anfang September steht dann ein entscheidender Termin mit allen Fachstellen bei der Regierung der Oberpfalz in Regensburg an, bei den Planern "Scoping" genannt.

Dabei wird geklärt, wo noch Ergänzungen notwendig sind und ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung nachgeschoben werden muss. Das alles sollte aber auf den weiteren Fahrplan keine größeren Auswirkungen haben. Der sieht so aus: Im Oktober fällt der Stadtrat den Billigungsbeschluss für den Bebauungsplan, der dann zweimal ausgelegt wird. Je nachdem, wie viele und welche Einwendungen kommen, soll spätestens im Sommer nächsten Jahres Planungsreife herrschen. Dann könnte das Gelände Schritt für Schritt erschlossen werden. Da es dem Freistaat gehört, würde es die Stadt in Abschnitten kaufen und baureif machen. Taubmann: "Wir holzen nicht einfach den Wald ab, sondern machen das Zug um Zug, sobald wir wissen, was und wie viel ein Investor braucht."

Es gebe etliche interessante Anfragen von Betrieben aus der Stadt und darüber hinaus. "Die, die derzeit ganz heiß sind, sind von außerhalb." Namen will die Kämmerin noch nicht nennen. Dabei gelte, dass die Erschließung in Ost-West-Richtung verlaufe, also von der Pressather Straße Richtung Bayreuth. Parallel zum "Scoping" muss die Stadt ihren Flächennutzungsplan ändern.

Das hängt damit zusammen, dass West IV einst außermärkisches Gebiet war und erst in den Jahren 2006 und 2008 eingemeindet wurde. Planerisch ist es trotzdem ein weißer Fleck geblieben. Doch auch das sei eine Formalie. Beim Termin in Regensburg sitzt auch das Straßenbauamt mit am Tisch. Bei der Anbindung über die B 470 sei als Interimslösung eine Ampel angedacht. Langfristig wolle man aber mit Abbiegespuren und in der Endphase mit einem zweispurigen Kreisverkehr arbeiten, erklärt Taubmann.

Sie gibt zu, dass es bei der Stadt jüngst durchaus zu Verzögerungen gekommen sei. Dies habe mit dem Weggang von Thomas Papp zu tun, bei dem im Bauamt viele Fäden zusammenliefen. Ursprünglich habe die Stadt sämtliche Planungen selbst stemmen wollen, inzwischen habe sie für West IV aber wieder externe Experten mit ins Boot geholt. Es sind Reinhard Brodrecht und Matthias Rühl von der GBi (Gesellschaft beratender Ingenieure für Bau und EDV) aus Herzogenaurach. Sie leiteten das Projekt bereits 2014/15.

Die, die derzeit ganz heiß sind, sind von außerhalb.Cornelia Taubmann über Interessenten am Gewerbegebiet West IV

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