24.11.2017 - 15:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Wir haben jetzt andere Vorzeichen" Seggewiß für neue Groko

Am Wahlabend war Kurt Seggewiß einer der vielen enttäuschten Genossen, die sich gegen die Fortsetzung der Großen Koalition aussprachen. Gegenüber dem NT appelliert der Oberbürgermeister nun an seine Partei, sich Verhandlungen nicht länger zu verweigern. "Wir haben jetzt andere Vorzeichen", stellt er fest: "Jamaika" sei "nach einem Kasperltheater" gescheitert und die SPD in der Lage, gegenüber CDU und CSU Forderungen wie nach höherer Mindestrente und verbesserten Hartz-IV-Gesetzen durchzusetzen. Seggewiß ruft die Sozialdemokraten dazu auf, wie so oft in ihrer 150-jährigen Geschichte staatsmännisch zu agieren: "Deutschland braucht stabile Verhältnisse. Wir haben eine führende Rolle in Europa. Da kann man nicht herumexperimentieren." Parteitaktik müsse in dieser Situation hintangestellt werden.

Weidens Oberbürgemeister Kurt Seggewiß Bild: Gabi Schönberger
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

In einem Gespräch mit Bundestagsabgeordnetem UIi Grötsch am Donnerstag habe auch dieser erkennen lassen, dass "er diese Verantwortung sieht". Nach der Erfahrung der vergangenen acht Jahre müsse die SPD für die Zukunft sicherstellen, dass sie in einer Groko ihr Profil nicht verliert und enttäuschte Wähler zurückgewinnen kann, sagt der OB. Ob dann aber SPD-Vorsitzender Martin Schulz zu halten ist? Seine schnelle Absage an Merkel wertet Seggewiß als Fehler, aber: "Man muss auch mal zurückrudern können." Der Oberbürgermeister erwartet, dass die Partei vor Bildung einer neuen großen Koalition wieder die Basis befragt.

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