04.05.2018 - 20:10 Uhr
Oberpfalz

Wirtschaftsbeirat: Handwerker voll ausgelastet Land unter bei Oberbürgermeister

Die Familie Seggewiß verspürte es am eigenen Leibe. Noch vor Weihnachten hatte sie in ihrem Haus einen Wasserschaden. Erst in der vergangenen Woche war das Problem bereinigt.

von Volker Klitzing Kontakt Profil

Was der Oberbürgermeister im Wirtschaftsbeirat berichtet, kann der Kreishandwerksmeister nur bestätigen: Alles braucht seine Zeit. Der Bau boomt, aber es gibt nicht genügend Leute. Und Joachim Behrend präsentiert ein weiteres Beispiel. Wer sein Bad renovieren lassen will, sollte sich auf eine Wartezeit von drei bis vier Monaten einstellen. Oder noch länger. Selbst mit der Erstellung von Angeboten ist es schwierig. "Die Handwerker haben keine Zeit", weiß Behrend. Oder sie geben teure Angebote ab in der Hoffnung, den Zuschlag nicht zu bekommen. Das kann auch schiefgehen. Ein Kollege, so der Kreishandwerksmeister, habe den Auftrag bekommen, weil die "Mitbewerber" noch teurer waren. Die Kehrseite der Medaille: Die Gefahr von Schwarzarbeit nimmt zu.

Fachkräftemangel ist auch für die IHK ein Thema. Geschäftsführer Florian Rieder berichtet von einem hohen Auftragsbestand. Die Betriebe seien gedämpft optimistisch. 70 Prozent hätten gute oder sogar sehr gute Erwartungen. Die positiven Zahlen setzen sich im Bericht des Chefs der Agentur für Arbeit, Klaus Gredinger, fort. Die Stadt Weiden sei mit einer Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent nicht mehr Schlusslicht in Bayern. Die Entwicklung sei hervorragend.

So habe sich die Zahl der Hartz-IV-Bezieher in der vergangenen drei Jahren von 1209 auf 754 verringert. "Der Betonsockel ist geknackt." "Normale"Arbeitslose gebe es noch 533 oder 1,9 Prozent. "Das ist nahezu Vollbeschäftigung." Parallel dazu vermeldet Gredinger ein Allzeithoch bei den Arbeitsplätzen. OB Seggewiß freut sich, dass bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erstmals die Hürde von 28 000 (genau 28 089) genommen worden sei.

8,4 Prozent, das sind 2362, sind Ausländer. Davon sind 807 aus Tschechien, 158 aus Polen, 146 Rumänen, 215 Türken, 69 Italiener, 67 Griechen, 137 aus Asylherkunftsländern, aber auch 242 Asiaten. Gredinger: "Ohne die Ausländer würde der Arbeitsmarkt aus dem Ruder laufen."

150 neue Parkplätze kündigt Wolfgang Weber für Herbst an der OTH an. Insgesamt 400 seien dann bei 1700 Studierenden eine sehr gute Quote. Der neue Präsident des Wirtschaftsclubs, Anton Braun, berichtet von stark steigenden Löhnen bei Fachkräften. "So um die 10 Prozent." Das aber sei nicht das Ende. "Die Firmen müssen was bieten." Erfreuliche Entwicklungen bei den Steuerzahlen ("Die Nordoberpfalz ist eine sehr dynamische Region") vermeldet Finanzamts-Vize Bernhard Schulz. Er weist ferner darauf hin, dass sich die Zahl der Azubis zum 1. Oktober von 50 auf rund 65 (bei einer Stammbesetzung von 160) erhöhen wird. Am Ende müssten aber fast alle nach Südbayern. "Wir wären froh, wenn wir drei halten könnten."

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