18.12.2017 - 20:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Wohin führt die deutsche Politik? Integration auf Russisch

Etwa 50 Bürger aus der ehemaligen Sowjetunion sind der Einladung gefolgt. Im Integrationsverein "Neue Zeiten" tragen sie Politikern aus Berlin und München die Anliegen der Russlanddeutschen vor.

Im großen Kreis diskutierten Politiker und Besucher bei "Neue Zeiten". Rechts die Politiker aus Weiden, hinten und links die Besucher aus Köln, München, Berlin und Köln.
von Autor hczProfil

Welchen Weg wird die Politik gehen? Gibt es spezielle Themen, die aus Russland stammende Mitbürger interessieren? Seit einem Jahr engagiert sich der Integrationsverein "Neue Zeiten" laut Organisatorin Rosa Seifert auch für politische Bildung. Der Bundesverband russischsprachiger Eltern (BVRE) hatte Vertreter von CDU, SPD, Grünen und FDP in die Räume von "Neue Zeiten" eingeladen, um über Politik zu diskutieren. Es wurde russisch gesprochen und simultan übersetzt.

Aus den Reihen der russischsprachigen Teilnehmer gab es zu vielen Fragen kontroverse Meinungen. Die Moderation übernahmen BVRE-Vorstandsmitglied Victor Ostrovsky und die Koordinatoren für politische Bildung Maxim Ryabkov aus Köln sowie Ekatarina Skakovskaya aus München. Vsevolod Balkovoy von der SPD München sagte, das höchste Ziel seiner Partei sei soziale Gerechtigkeit. Medina Schauberg (CDU Berlin-Marzahn) nannte die CDU die "maximale Vertretung der Russlanddeutschen". Konservative Werte stünden bei ihr im Vordergrund.

Als Vertreter der Politik aus der Max-Reger-Stadt waren Herbert Schmid (SPD), Christoph Skutella (FDP) und Veit Wagner (Grüne) anwesend. Schmid begrüßte, dass zu der Diskussion nur Politiker "der Mitte" eingeladen waren, keine AfD- oder Linke-Funktionäre. "Wie ist es dazu gekommen, dass SPD und CDU/CSU bei der Bundestagswahl so abgestraft wurden?", fragte er. Die AfD habe mit dem einzigen Thema "Flüchtlinge" gepunktet. Nun gelte es, aus dem "Scherbenhaufen" das Beste zu machen. Stadtrat Wagner findet es gut, wenn sich Vereine wie "Neue Zeiten" mit Politik befassten. Beim Thema "Flüchtlinge" erinnerte er die Anwesenden daran, dass sie selbst als Fremde gekommen waren.

Victoria Beyzer (FDP) meinte, man hätte auch alle anderen Parteien einladen müssen. Michael Joukov (Grüne) hielt das Thema "Migration" fürschlecht gelöst. Eine Teilnehmerin sagte, dass man für die Flüchtlinge "nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten in die Gesetze schreiben" müsse. Mehrfach wurde harsche Kritik an Leiharbeit ("moderne Sklaverei") laut.

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