Zu den Schüssen auf eine Polizistin in Unterföhring
Dummes Daherreden ist der Sache nicht dienlich

Politik
Weiden in der Oberpfalz
16.06.2017
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Da hat wieder mal einer den Beweis geliefert, dass es leider Gottes auch asoziale Medien sind. Auf Facebook hat ein selbst ernannter Naseweis zu den Schüssen auf eine junge Polizeikommissarin in Unterföhring gepostet: "Was haben wir eigentlich für schlechte Polizisten ... lassen sich die Waffe entreißen ... musst auch anscheinend nix mehr können um ne Waffe tragen zu dürfen." Darauf gab's schnell die knappe und passende Antwort eines ehemaligen Amberger Kriminalbeamten: "A ..."

Mitgefühl mit der jungen Polizistin - leider Fehlanzeige bei diesem Facebook-Nutzer. Nun muss sich der Kollege der niedergeschossenen Beamtin, der wahrscheinlich eh schon am Boden zerstört ist und sich Vorwürfe macht, weil ihm vom Täter die Waffe entwendet werden konnte, öffentlich von solchen Menschen im Netz an den Pranger stellen lassen. Er muss sich beschimpfen und an den Kopf werfen lassen, dass er nicht in der Lage sei, seinen Job zu machen. Widerlich, geschmacklos.

Der versuchte Mord am S-Bahnhof in Unterföhring zeigt eines aber ganz deutlich: Die Hemmschwelle in Sachen Gewalt - ob gegen Polizisten oder auch gegen Rettungskräfte, wie in letzter Zeit immer wieder erlebt -, sinkt und sinkt und ...

Wir leben in einer Gesellschaft, in der viel zu viele keine Grenzen mehr kennen. Und das hinterlässt ein äußerst ungutes Gefühl. Auch wegen dieser verbalen Gewalt in den (a)sozialen Medien.

juergen.kandziora@oberpfalzmedien.de
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