Zukunft des Naabwiesenparkplatzes: Städtebaulicher Ideenwettbewerb wird ausgelobt [Aktualisierung]
Heiße Diskussion um "Filetstück der Stadt"

Der Grünzug entlang des Stadtmühlbachs sowie das Neue Rathaus (unten rechts) und das Verlagsgebäude von Oberpfalz-Medien (unten links) begrenzen das Entwicklungsgebiet. Auf dem Areal des Parkdecks Naabwiesen sind zwei viergeschossige Gebäude möglich. Der ZOB würde westlich entlang der Leibnizstraße umgesiedelt. Über einer eingeschossigen Tiefgarage mit 535 Stellplätzen ist eine mehrgeschossige Bebauung auf dem bisherigen Großparkplatz möglich. (Foto: Entwurf: Karlheinz Beer)
Politik
Weiden in der Oberpfalz
16.04.2018
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Die heftigen Diskussionen in der Sondersitzung des Stadtrats zur Zukunft des Großparkplatzes münden in ein klares Ergebnis: Mit 31 gegen 4 Stimmen beschließt das Gremium, dass die Stadt Weiden einen städtebaulichen Ideenwettbewerb auslobt. "Leitplanke" sind elf Grundzüge, die der Sonderausschuss Innenstadt erarbeitet hat.

(vok/mte/wd) Die Machbarkeitsstudie von Architekt Karlheinz Beer, die im Sonderausschuss bereits nichtöffentlich besprochen und für gut befunden wurde, reicht von der Verbreiterung des Grüngürtels im Norden des Großparkplatzes über Pläne für eine Tiefgarage mit 535 Stellplätzen, Neubauten auf der Fläche des bisherigen Parkdecks, die Drehung des ZOB in die Leibnizstraße, bis zur fünfgeschossigen Quartiersbebauung gegenüber dem Verlagshaus "Der neue Tag" und einem Verwaltungsturm im Norden. Dieser dominiert mit acht Etagen den neuen Rathausplatz, der mit 8000 Quadratmetern nur einen Bruchteil des alten Großparkplatzes misst.

Baudezernent Oliver Seidel stellte die aktuell drei Varianten vor, die Architekt und Stadtplaner Karlheinz Beer entwickelte. Beer wiederum, der einst den Architektenwettbewerb Neugestaltung Großparkplatz gewonnen hatte und die Urheberrechte besitzt, setzt den Realisierungsrahmen mit 20 Jahren an. Die bauliche Nutzung solle keine Konkurrenz zu NOC oder Innenstadt darstellen, weshalb Wohnnutzung sowie "nicht-konkurrierendes Gewerbe" vorgesehen sind. Und er stellt klar: "Das sind keine Baupläne, sondern städtebauliche Überlegungen mit viel Diskussions- und Spielraum, die aufzeigen, wie sich Weiden entwickeln kann."

Am Montag zeichnete sich bereits ab, dass die vorgeschlagene Verlegung des ZOB in Richtung Leibnizstraße eher umstritten ist. Auch eine neue Gestaltung der Schumacher-Allee, die ebenso wie die Dr.-Pfleger-Straße Teil des Rathausplatzes werden soll, noch offen. Der Verkehr soll hier raus, in die Weigelstraße verlegt werden. Insgesamt wird in der Diskussion betont, dass es sich bei dem Areal Großparkplatz um das "absolute Filetstück der Stadt" handelt.

Überrascht zeigen sich Roland Richter und Wolfgang Pausch, die Vorsitzenden von SPD und CSU-Fraktion, von der Wortmeldung des Bürgerlisten-Stadtrats Stefan Rank. Dieser hatte im Sonderausschuss, der bislang hinter verschlossenen Türen tagte, den Ideen zugestimmt. Jetzt zeigt er aber große Bedenken wegen der massiven Bebauung und plädiert dafür, den Platz möglichst frei zu halten. Richter bezeichnete die "Methodik der Bürgerliste", gefasste Entscheidungen infrage zu stellen, als "kafkaeskes Labyrinth aus ewigen Diskussionen".
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Stefan Kreuzeck aus Weiden in der Oberpfalz | 16.04.2018 | 23:12  
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