03.08.2017 - 21:42 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Zur aufgeheizten öffentlichen Diskussion: "Diesel-Skandal": Die Frage nach der Verhältnismäßigkeit

Für die betrügerischen Machenschaften deutscher Autokonzerne zahlen die arglistig getäuschten Besitzer von Diesel-Autos mit rasantem Wertverlust. Tausende Auto-Händler sind letztendlich sogar in ihrer Existenz bedroht. Da gibt es nichts schön zu reden. Es stellt sich jedoch die Frage nach der Verhältnismäßigkeit in einer emotional aufgeheizten, ja maßlosen Debatte.

von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Aus Jux und Tollerei jagen die Bürger an Silvester allein 4000 Tonnen Feinstaub in die Luft. Nach Berechnungen des unverdächtigen Umweltbundesamts macht der kurze Feuerzauber zum Jahreswechsel 15 (in Worten: fünfzehn) Prozent "der jährlich im Straßenverkehr abgegeben Feinstaubmenge" aus. Am 1. Januar werden in den Großstädten regelmäßig die gesetzlich erlaubten Tagesmittelwerte extrem - um bis zum 20-fachen - überschritten. Warum erklärt die Gesellschaft nicht ehrlicher Weise auch den Böller zum Feinstaub-Feind?

Die ebenfalls unverdächtige Landesanstalt für Umwelt in Baden-Württemberg (LUBW) führt in einer Studie 85 Prozent des "verkehrsbedingten Feinstaubs" auf Reifen, Bremsen und Straßen-Abrieb zurück. Die öffentliche Diskussion blendet auch aus, dass bei Diesel-Fahrzeugen Schadstoffe wie Ruß oder Schwefeldioxid kein Thema mehr sind. Das war vor zehn Jahren noch anders. Es ist heute die Stunde der Demagogen vom Schlage eines Jürgen Trittin, der mit seinem Dosenpfand einen erheblichen Beitrag zur Vermüllung der Landschaft leistet.

Ehrlichkeit würde zu effizienteren Lösungen beim sogenannten "Diesel-Skandal" führen. Die Gesellschaft muss sich grundsätzlich dem Thema stellen, wie sie mit Mobilität in der Zukunft umgeht.

clemens.fuetterer[at]oberpfalzmedien[dot]de

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.