27.07.2017 - 21:20 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Zur Elektrifizierung der Bahnline Regensburg-Hof Erst Machtwort des Ministers ermöglicht den Lärmschutz

Die Region brauchte einen langen Atem und schließlich noch das Machtwort des Bundesverkehrsministers: Erst dann knickt das spitzfindig argumentierende Eisenbahn-Bundesamt ein und gesteht den Anwohnern der Bahnlinie Regensburg-Hof endlich den Rechtsanspruch auf Lärmschutz zu. Dabei erklärt Dobrindt nur zum Fakt, was allen Beteiligten längst klar ist: Einzig die Elektrifizierung des sogenannten "Ostkorridors Süd" macht die bisher verschlafene Bahnlinie zum Schienen-Highway - mit einer Verzehnfachung der Zahl der Güterzüge.

von Clemens Fütterer Kontakt Profil
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Allen Ernstes war die Bahn geneigt, den Oberpfälzern und Oberfranken entlang der Strecke eine Tag- und Nacht-Beschallung ohne Lärmschutz zuzumuten. Diese Aussicht drohte die Zustimmung zur längst überfälligen, begrüßenswerten Elektrifizierung zu vergällen. Drei Jahrzehnte lang hatte Ostbayern darum gerungen, dieses Projekt im "vordringlichen Bedarf" des Bundesverkehrswegeplans unterzubringen. Während die Modernisierung der Bahnlinie Regensburg-Hof nun (verträglich) gesetzt ist, dürfte bis zum Ausbau der Bahnstrecke München-Prag noch viel Wasser die Moldau hinab fließen.

Bei der Fahrzeit wird verschämt unterschlagen, dass vor 156 Jahren die Zugreise von der Landeshauptstadt in die Moldaumetropole sieben Stunden dauerte - "unwesentlich mehr als heute", meint süffisant die IHK Regensburg. Nachdem bei der Bahn die Uhren in Ostbayern sowieso nachgehen, wird die Revitalisierung der Strecke München-Prag wohl auch zeitlich zum "Jahrhundert-Projekt".

clemens.fuetterer[at]oberpfalzmedien[dot]de

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