17.04.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Zwischen NOC und "K+L" weiche Separation als provisorische Lösung Fußgängerzone das Ziel

Viele Stadträte wünschen sich für den Bereich zwischen dem Osteingang des künftigen NOC und dem Bekleidungshaus "K+L Ruppert" eine weitere Fußgängerzone. Doch sie können zunächst auch mit der Vorstufe leben. Eine provisorische Lösung.

"Wir müssen die Leute langsam heranführen. Die Fußgängerzone wäre die Endstufe, vielleicht in 30 Jahren." Zitat: CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Fast einstimmig (gegen Bürgermeister Jens Meyer) hat sich der Stadtrat am Montag in seiner Sondersitzung in Zusammenhang mit einem Antrag der Grünen für die Variante 1 des Aachener Verkehrsplaners Dr.-Ing. Reinhold Baier entschieden. Diese sieht eine "weiche Separation" vor. Alle Verkehrsteilnehmer dürfen den Bereich benutzen, sind aber gleichberechtigt.

Zwischen Schumacher-Allee und Bürgermeister-Prechtl-Straße soll ein 2,5 Meter breiter Mittelstreifen auf gesamter Länge als Querungshilfe für Fußgänger und Radfahrer dienen. Zudem sollen die Bereiche vor dem NOC-Osteingang, am Issy-les-Moulineaux-Platz und vor "K+L" Platzcharakter erhalten ("Shared Spaces").

Bis September wird nun ein Ingenieurbüro die Details planen und die Kosten ermitteln. Die Umsetzung aber wird auf sich warten lassen. Schließlich könne man dem Investor Fondara nicht zumuten, dass gleich zur Eröffnung des NOC Mitte März 2019 eine Baustelle die Wege beeinträchtigt. Deshalb müsse man mit einem Provisorium arbeiten, stellten Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Bürgermeister Lothar Höher fest. Dabei sollen viele Blumentröge helfen. Zum Zeitpunkt des Umbaus gab es noch keine Aussagen.

Eine Fußgängerzone, wie sie der Verkehrsgutachter in seinen Varianten 2 bis 4 beschreibt, ist für Bürgermeister Meyer die bessere Lösung. "Wir stellen vorn und hinten zwei Schilder auf und probieren's einfach aus." Von Testläufen hält Baudezernent Oliver Seidel wenig. Erkenntnisgewinne gegenüber dem Gutachten seien nicht zu erwarten. Deshalb könne entschieden werden. Die Fußgängerzone sehen nahezu alle Stadträte als Ziel, wenn auch nicht unbedingt erst in einem Zeitraum von 30 Jahren, wie ihn CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch beschrieb. "Das könnte vielleicht auch schneller gehen", räumte sein Stellvertreter Hans Blum ein, der aber auch betonte, dass die Leute nicht überfordert werden dürften.

Bürgerlisten-Fraktionschef Christian Deglmann erinnerte daran, dass die Verwaltung von der Variante 2 auf die 1 umgeschwenkt sei. Grundsätzlich aber gehe es um eine verkehrsberuhigte Zukunft. Diese Entschleunigung sei in der bisherigen Autostadt Weiden gar nicht so einfach durchzusetzen, mahnte SPD-Fraktionsvorsitzender Roland Richter. "Das müssen wir aushalten können." Der Stadtrat dürfe nicht einknicken. Richter setzt auch auf einen Wandel in den Köpfen der Bürger. Die Variante 1 sei der Einstieg, die Variante 2 aber das Ziel.

Wir müssen die Leute langsam heranführen. Die Fußgängerzone wäre die Endstufe, vielleicht in 30 Jahren.CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch

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