05.07.2017 - 21:14 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Kommentar zum Ausschluss von Peter Sagan von der Tour Bestrafung ja, aber nicht so

Die Aktion von Peter Sagan war heftig, genauso wie der Sturz von Mark Cavendish. Dass die Rennkommissare bei der Tour de France handeln mussten, war klar. Also verhängten sie für den 27-Jährigen im Weltmeistertrikot kurz nach dem Rennen eine 30-Sekunden-Zeitstrafe im Gesamtklassement. Nachdem sich die Jury den Zielsprint nochmals in Ruhe angesehen hatte, kam sie zu einem neuen, drastischen Urteil: Ausschluss für einen der schillernsten Fahrer des Pelotons.

von Armin Eger Kontakt Profil
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Das ist definitiv zu hart. Das sahen auch einen Tag später etliche Akteure so. Wie André Greipel zum Beispiel, der zunächst kräftig gegen den Slowaken gewettert hatte: "Manchmal sollte ich mir die Bilder anschauen, bevor ich etwas sage", entschuldigte sich Greipel bei Sagan. Auch der direkt betroffene Cavendish, der sich das Schulterblatt gebrochen hatte, bezeichnete den Ausschluss als "mutig" und akzeptierte Sagans Entschuldigung.

Wenn es auf der Zielgeraden mit 70 Stundenkilometer zur Sache geht, bleiben Rempler und Berührungen nicht aus. Stürze, auch schwere, hat es bei der Tour schon immer gegeben und wird es auch weiter geben. Zudem ist Sagan kein Vorsatz nachzuweisen, genausowenig wie Rücksichtslosigkeit. Bestrafung ist o.k. - aber nicht diese. Zeitstrafe oder Punktabzug hätten gereicht. Mit der Entscheidung, Sagan rauszuschmeißen, ist die Jury übers Ziel hinausgeschossen.

armin.eger[at]oberpfalzmedien[dot]de

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