01.07.2017 - 19:54 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

1230 Zuschauer beim Testspiel Club mit 4:0-Sieg in Weiden gegen Prag

Ein Hauch von internationalem Fußball wehte am Samstagabend durch das Weidener Sparda-Bank-Stadion. Zweitligist 1. FC Nürnberg testete in der Oberpfalz gegen den tschechischen Erstligisten Bohemians Prag. Der fränkische Kultclub des Fuchsmühler Trainers Michael Köllner setzte sich dabei überraschend deutlich mit 4:0 durch.

von Fabian Leeb Kontakt Profil

Obwohl der Vorverkauf eher schleppend verlief, fanden sich doch noch 1230 Zuschauer im Stadion der SpVgg SV Weiden, Partnerverein des Clubs, ein. Köllner hielt für den eher schwachen Besuch eine simple Erklärung parat: "Mein Heimatort Fuchsmühl hat etwa 1800 Einwohner. 600 Leute werden in die Kirche gegangen sein. Der Pfarrer kann ja nicht den Gottesdienst verschieben, nur weil wir hier in Weiden spielen." Der Coach bot in Sebastian Kerk und Enrico Valentini zwei Neuzugänge in der Startelf auf. Bis auf den geschonten Kevin Möhwald und die beiden verletzten Oberpfälzer in Nürnberger Dress, Patrick Erras und Dennis Lippert, trat Nürnberg in Bestbesetzung an.

Doppelpacker Teuchert

Und die zahlreichen Clubfans aus ganz Nordbayern sahen einen verhaltenen Beginn beider Teams. Der FCN war zwar überlegen, hatte mehr Ballbesitz, scheute jedoch das letzte Risiko im Spiel nach vorne. Stoßstürmer Cedric Teuchert näherte sich zaghaft einem Treffer an (4./16.). Nach 27 Minuten jubelte der rot-schwarze Anhang erstmals, doch der Unparteiische Christian Dietz aus München verweigerte einem Kopfball-Tor von Abdelhamid Sabiri wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung die Anerkennung. Mit zunehmender Spieldauer übernahm der Club eindeutig das Kommando und schnürte die tschechischen Gäste in deren Hälfte ein. Nach etwas mehr als einer halben Stunde schlug sich die Nürnberger Überlegenheit auch im Ergebnis nieder. Einen wunderschönen Spielzug schloss der agile Teuchert ganz cool vor Bohemians-Keeper Tomas Frystak zum 1:0 ab. Eduard Löwen hatte per Diagonalpass Sabiri gefunden, dessen Verlängerung per Kopf bei Kerk landete. Der Rückkehrer aus Kaiserslautern bediente Teuchert mustergültig per Schnittstellenpass, der letztlich vollendete. Keine zwei Zeigerumdrehungen später schaltete Tim Leibold nach einer Balleroberung am schnellsten und schickte wiederum Teuchert auf die Reise. Dem Antritt des Coburgers hatte die tschechische Defensive nichts entgegenzusetzen: 2:0 nach einem Sprint über das halbe Feld.

Zur Pause tauschte Köllner doppelt: Für Kapitän Georg Margreitter und Doppeltorschütze Teuchert kamen Patrick Kammerbauer und Rurik Gislason in die Partie. Die zahlreichen Wechsel (alleine der FCN tauschte im zweiten Abschnitt neun Mal) waren dem Spielfluss nicht gerade zuträglich. Einzig Löwen und Torwart Thorsten Kirchbaum spielten die kompletten 90 Minuten. Es dauerte bis zur 66. Spielminute, ehe wieder ansatzweise Fußball gespielt wurde. Lukas Mühl eroberte die Kugel, schaltete sich blitzschnell ins Angriffsspiel ein und bediente Edgar Salli auf dem linken Flügel. Dessen Querpass verwertete Hanno Behrens ganz überlegt zum dritten Nürnberger Treffer. Zehn Minuten vor dem Ende vollstreckte Gislason zum 4:0 - Salli hatte den Isländer schön in Szene gesetzt. Ansonsten bot der zweite Durchgang wenig Ansehnliches - die intensiven Trainingseinheiten der letzten Tage forderten sichtlich ihren Tribut. Die Köllner-Truppe hatte wenig Mühe, die Partie zu kontrollieren, die Führung geriet zu keiner Zeit in Gefahr. Die Gäste aus dem Nachbarland enttäuschten auf ganzer Linie und waren dem Club in allen Belangen unterlegen.

Öffentliches Training am Sonntag

"Ich denke, wir haben heute wieder einen Schritt nach vorne gemacht. Wir haben das Spiel dominiert und der Mannschaft war anzumerken, dass wir wieder eine Trainingswoche weiter sind", war Köllner mit der Darbietung seiner Mannschaft zufrieden. Gute Nachrichten hatte der Trainer auch in Bezug auf den Raigeringer Patrick Erras zu vermelden, der zuletzt wegen muskulärer Probleme pausieren musste: "Er wird morgen wieder ins Lauftraining einsteigen und dann hoffentlich beim Trainingslager in Südtirol ab Freitag wieder voll dabei sein."

Nach einer weiteren öffentlichen Trainingseinheit am Sonntagvormittag (10 Uhr) in Weiden beendet der Club sein Kurz-Trainingslager in der Oberpfalz.

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