20.12.2004 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Blue Devils unterliegen Bremerhaven 0:4 Im Angriff ohne Durchschlagskraft

"Schöne Bescherung" im Weidener Eisstadion: Im letzten Match vor dem Weihnachtsfest mussten sich die Blue Devils am Sonntagabend Aufsteiger REV Bremerhaven mit 0:4 (0:0, 0:2, 0:2) geschlagen geben.

von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Die enttäuschten Weidener Fans mussten wieder einmal erkennen, dass Heimsiege wie zuletzt gegen Freiburg eben nicht zur Normalität gehören. Die Partie zeigte schonungslos auf, warum Bremerhaven um Platz acht und Weiden nur um den Klassenerhalt kämpft. Dabei war die Leistung der Sulak-Truppe über weite Strecken nicht einmal schlecht, aber eben nicht effektiv. Während die Gäste ihre Chancen nutzten, hätte Weiden an diesem Abend wohl noch Stunden für einen Torerfolg gebraucht.

Weihnachtsfeier vermiest

"Wer kein Tor schießt, kann nicht gewinnen", stellte dann auch Devils-Coach Leos Sulak treffend fest. "Die Chancen waren da, in einigen Situationen hat auch das Glück gefehlt. Der Einsatz hat gestimmt, alle wollten, deshalb tut die Niederlage sehr weh. Außerdem ist jetzt unsere Weihnachtsfeier vermiest", so Sulak weiter.

"Wenn man nach der langen Busfahrt drei Punkte holt, muss man natürlich sehr zufrieden sein", meinte Sulaks Kollege Peter Draisaitl. "Wir haben nicht schön gespielt, waren phasenweise zu passiv, haben aber unsere Chancen konsequent genutzt. Wir hatten heute relativ wenige Leute, aber die haben sich reingebissen."

Das Geld der Unterschied

Bremerhaven musste auf vier U20-WM-Teilnehmer und den gesperrten Kapitän Craig Streu verzichten. Der Kader der "Nordlichter" hat aber die Klasse, um solche Ausfälle wegzustecken. Und hier macht einfach das Geld den entscheidenden Unterschied aus. Ein interessanter Vergleich: Im Vorjahr gewann Bremerhaven mit einem Etat von 2,1 Millionen Euro die Oberliga-Meisterschaft, die Blue Devils hatten in der 2. Bundesliga weniger als eine Million Euro zur Verfügung. Heuer sind die wirtschaftlichen Voraussetzungen nicht anders.

Dennoch war auf dem Eis lange Zeit kein Unterschied zu erkennen. Die Devils erwischten sogar den besseren Start, doch das erste Powerplay (Strafe nach 24 Sekunden) verpuffte erfolglos. REV-Goalie Greg Gardner - wie Gegenüber Reinhard Haider zum besten Spieler seiner Mannschaft gewählt - präsentierte sich schon in dieser Phase in exzellenter Form. Mitte des ersten Drittels wurden die Gäste stärker, wobei sich der Ex-Weidener Daniel Del Monte als treibende Kraft hervortat. Der Deutsch-Kanadier hatte auch die beiden besten Chancen, doch Reinhard Haider parierte jeweils bravourös. Auf der Gegenseite scheiterten J. F. Boutin und zwei Mal Stefan Keski-Kungas an Gardner, Samuel St. Pierre verpasste vor dem leeren Kasten die Scheibe.

Reifere Spielweise

Der zweite Abschnitt begann mit einer Schrecksekunde für die Devils. Dylan Gyori lief alleine auf den Weidener Kasten zu, doch Reinhard Haider rettete mit einem Reflex. Nach zwei Möglichkeiten von Daniel Ström (zu wenig Druck hinter dem Rückhandschuss) und Michal Piskor (Außenpfosten) gewannen die Gäste dank der reiferen Spielweise und der individuellen Klasse langsam die Oberhand. In der 27. Minute schloss Axel Hackert einen schnellen Konter zum 0:1 ab.

Der Treffer zeigte Wirkung bei den sowieso nicht vor Selbstbewusstsein strotzenden Devils. Die Folge war das 0:2 durch den freistehenden Dirk Wrobel (32.), der 18-jährige Michael Höck musste zuvor beim entscheidenden Zweikampf hinter dem Kasten kräftig Lehrgeld bezahlen. Nach vorne lief bei Weiden jetzt außer einer "Hundertprozentigen" von Stefan Keski-Kungas (33.) nicht viel zusammen. Auch drei Überzahlspiele brachten keinen Erfolg, weil die Devils kein Mittel gegen die ungemein aggressiv verteidigende REV-Abwehr fanden.

Del Monte macht alles klar

Zu Beginn des Schlussabschnitt bot sich eine erneute Powerplay-Chance, doch diesmal ging der Schuss total nach hinten los. Daniel Ström verlor an der blauen Linie die Scheibe, Daniel Del Monte zog auf und davon und machte mit dem 0:3 (42.) alles klar. Bei Weiden kam dann noch Florian Mayer zu seinem ersten Einsatz. Er löste Stephan Hagn im dritten Sturm ab, weil dieser wegen eines Stockstichs 2 + 2 + 10 Strafminuten aufgebrummt bekam. Den nur noch für die Statistik bedeutenden vierten Gästetreffer markierte Peter Boon fünf Minuten vor Schluss.

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