Der Freunschaftsmarathon Amberg - Weiden findet heuer zum letzten Mal statt
Ziel erreicht

Der erste Freundschaftsmarathon führte am 24. September 2006 von Amberg nach Weiden. In diesem Jahr findet er zum siebten und letzten Mal statt. Sinkende Teilnehmerzahlen und der hohe Organisationsaufwand werden als Gründe genannt. Start ist am 17. September in Weiden und Schnaittenbach, das Ziel in Amberg. Archivbild: Petra Hartl
Sport
Weiden in der Oberpfalz
28.07.2017
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Gute Freundschaft ist wie ein Marathon: immer lang und manchmal beschwerlich. Mit diesen Worten startete im Herbst 2005 unsere Ankündigung für den ersten Freundschaftsmarathon zwischen Amberg und Weiden. Nach dem siebten Lauf kommt nun das Aus.

Amberg/Weiden. Vom Start weg war die Veranstaltung eine Erfolgsstory, die Zahl der Teilnehmer wuchs von 1600 Sportlern im ersten Jahr auf mehr als 2000 im Jahr 2007 (Weiden-Amberg). Dann folgte die Umstellung auf den zweijährigen Turnus: 2009 liefen 1700 Menschen, 2011 waren es nur noch 1400, 2013 kamen 1200 Läufer ins Ziel, und 2015 wurde die Tausender-Marke gerade noch überschritten. Damit liegt die Veranstaltung absolut im Trend, denn gerade die Disziplin Marathon ist landauf, landab stark rückläufig. Wer sich dem harten Training unterzieht, der möchte dann schon einen "Event" dazu. So boomen die Städtemarathons in den Metropolen: Berlin, London, New York. Wenn nicht ein Wunder geschieht, dann ist der 7. Freundschaftsmarathon am Sonntag, 17. September 2017, auch der letzte. Die rückläufigen Zahlen rechtfertigen den Aufwand nicht, so heißt es.

Rivalität war vorgestern

Deshalb die Frage: Wie steht es denn nun um die Freundschaft zwischen den Städten Weiden und Amberg? Um die zu verbessern, war der Lauf ja offiziell ins Leben gerufen worden. Beäugt man sich an Naab und Vils wie eh und je, gönnt dem anderen die attraktiveren Arbeitsplätze, die höheren Gewerbesteuereinnahmen, das schickere Freibad nicht? Ganz ehrlich: Das war schon zum Start des Freundschaftsmarathons kaum mehr der Fall. Freundschaft ist allerdings auf anderer Ebene entstanden: bei den Organisatoren, den helfenden Vereinen und den Sportlern. Die Stadt Weiden, die Stadt Amberg und Oberpfalz-Medien - das sind die drei Säulen, auf denen die Veranstaltung von Beginn an ruhte. Doch ohne die Vereine entlang der 42 Kilometer langen Strecke wäre sie nicht durchzuziehen. Die werfen sich mit Mann und Maus hinein - unentgeltlich. Dazu die Frauen und Männer von Feuerwehren, BRK, Polizei und THW. Letztlich kommt auf zwei Teilnehmer ein Helfer, in Summe rund 500.

Gerade die Sitzungen im Vorfeld schweißten die Teams zusammen. Man kennt und schätzt sich, lernt voneinander, nimmt und gibt. So entstanden vor dem ersten Lauf auch die einzelnen Disziplinen: Marathon, Halbmarathon, Staffellauf mit 4 Mal 10,5 Kilometern, Nordic Walking und - als Besonderheit - "Run and Bike", bei der sich zwei Menschen ein Fahrrad teilen und die Marathonstrecke im gegenseitigen Wechsel radelnd und laufend bewältigen. Sieht man sich die Zahlen dieser Disziplin an, dann stellt man einen permanenten Zuwachs fest. Alleinstellung heißt wohl das Erfolgsgeheimnis.

Erfolgreiche Erben

Markus Kindsgrab (Stadt Weiden), Wolfgang Meier (Stadt Amberg) und Ilona Stadler (Oberpfalz-Medien) haben den "FreuMa", wie er heute genannt wird, von Sabine Dippold (Weiden), Thomas Boss (Amberg) und Michael Ascherl (Oberpfalz-Medien) übernommen und sehr erfolgreich weitergeführt. Es wäre ihnen und den vielen Helfern zu wünschen, dass der letzte Lauf noch einmal zum großen Erfolg wird - im Sinne der Freundschaft.

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Weitere Informationen:

www. freundschaftsmarathon.de



Der Autor gehört zu den Gründern und Organisatoren des Freundschaftsmarathons (bis 2013). In diesem Jahr startet er zusammen mit seine Frau Christine bei "Run and Bike".
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