22.02.2005 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Die angeschlagenen Lausitzer Füchse gewinnen 7:3 - Chancenverwertung das Weidener Manko Blue Devils als idealer Aufbaugegner

von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Wer in einem Tief steckt, kann sich glücklich schätzen, wenn im Terminplan Weiden als nächster Gegner eingetragen ist. Vier Spiele hatten die Lausitzer Füchse zuletzt verloren, doch am Sonntagabend erwiesen sich die Blue Devils wie schon oft als der ideale Aufbaugegner. Mit 3:7 (0:2, 0:2, 3:3) kassierten die Weidener eine klare Heimniederlage.

Neben dem nackten Ergebnis bleibt zum wiederholten Male die Erkenntnis, dass den Blue Devils Offensivkräfte mit Qualität fehlen. Vor allem im ersten Drittel versiebten die Gastgeber hochkarätige Möglichkeiten, die locker ausgereicht hätten, das Match vorzeitig zu entscheiden. "Da hätten wir 3:0 oder 4:0 führen können. Unser Hauptproblem ist die Chancenverwertung", sagte Devils-Coach Sergej Svetlov.

Er hatte aber nicht übersehen, dass auch hinten gravierende Schwächen - in der Abwehr und beim Torhüter - zu den Gegentoren geführt haben. "Heute war fast jeder zweite Schuss drin. Da muss sich auch der Torwart Vorwürfe gefallen lassen", übte Svetlov Kritik an Christian Meiler, der wie Lukas Lang am Freitag beim 0:8 in Regensburg keinen guten Tag erwischt hatte.

Harte Trainingsarbeit

Svetlov "schlug" aber nicht nur auf die Mannschaft ein, sondern nahm sie sogar in Schutz: "Die Jungs sind platt, denn wir absolvieren momentan ein schweres Programm mit Krafttraining. Die Vorbereitung auf die Abstiegsrunde ist meine wichtigste Aufgabe. Ich hoffe, wir kriegen das auf die Reihe und sehen in drei, vier Wochen eine ganz andere Mannschaft."

Im ersten Drittel waren die ohne den erkrankten Alexander Herbst und den gesperrten J. F. Boutin angetretenen Blue Devils noch spritzig und lieferten eine gute Leistung ab. Doch sieben, acht "Hundertprozentige" wurden kläglich vergeben oder eine Beute des Lausitzer Keepers Sebastian Elwing. "Da hat uns Elwing gerettet", gab auch Gästetrainer Horymir Sekera nach dem Match zu.

Statt einer klaren Weidener Führung stand es nach 20 Minuten 0:2. Vor dem 0:1 versiebte der erneut schwache Samuel St. Pierre eine "Hochkarätige", im direkten Gegenzug traf Dorian Anneck eiskalt ins Schwarze (11.). Beim 0:2 (14.) leistete sich Stefan Keski-Kungas einen Fauxpas, der wohl auch in der Bayernliga zu einem Gegentor führen würde - Martin Sekera bedankte sich natürlich. Zwischen den beiden Gegentoren lag die Scheibe auch im Gästekasten. Daniel Ström hatte von der blauen Linie abgezogen und von Elwings Körper trudelte der Puck langsam über die Linie, doch Referee Piechaczek hatte vorher abgepfiffen.

Das deprimierende Zwischenergebnis zeigte Wirkung, denn im zweiten Abschnitt lief bei Weiden kaum etwas zusammen. Zu Beginn hatte der starke Michal Bartosch nach einer Einzelaktion noch eine gute Chance, doch das war's dann in Sachen Torgefahr. Weißwasser dominierte jetzt, ohne großartig zu überzeugen, klar das Geschehen. Mit einem Powerplay-Tor - Weiden vergab im ersten Drittel sogar eine 5:3-Chance (über 50 Sekunden) - erhöhte Dirk Rohrbach auf 0:3 (32.). Wegbereiter war Sean Gagnon mit einem Distanzschuss, zwei Minuten später traf der kanadische Verteidiger auf direktem Weg zum 0:4. Christian Meiler sah in beiden Fällen nicht gut aus.

Das Match war natürlich längst gelaufen, die sechs Treffer im Schlussdrittel nur noch für die Statistik. Sergej Svetlov setzte Peter Gruhle und Florian Mayer auf die Bank, es hätte aber auch fast jeden anderen treffen können. Im dritten Block stürmten fortan Florian Zellner und Sebastian Wolsch neben Stephan Hagn.

Ergebniskosmetik

Hinten war "Smiley" inzwischen weich geschossen, denn er machte auch bei den weiteren Gegentoren durch Sean Gagnon (50./Überzahl), Vadim Kulubuchov (56.) und Matthias Wikström (59./Überzahl) nicht die glücklichste Figur. Und vorne betrieben Michal Piskor (42./Überzahl), Christian Witthohn (56./erstes Tor im Devils-Trikot) und Michal Bartosch (60./Überzahl) wenigstens ein bisschen Ergebniskosmetik.

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