12.02.2018 - 14:00 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Dominik Schraml zurück im Profi-Rennsport Wiesauer greift wieder an

Als Schuljunge sitzt er im Kart, räumt bei den Rennen mächtig ab. Formel 3000, Formel 3, Seat-Leon-SuperCopa und die Gründung eines eigenen Rennstalls bestimmen die nächsten Jahre von Dominik Schraml. Dann wird es ruhig um den Wiesauer Rennfahrer. Jetzt ist er wieder zurück.

"Mehrere 100 000 Euro an Sponsorengelder hat er jede Saison gesammelt. Schon irre, wie das damals alles lief." Zitat: Dominik Schraml über seinen Vater Stefan Schraml
von Armin Eger Kontakt Profil

Alte Erinnerungen kommen bei dem Treffen zur Sprache. "Es waren harte Jahre", sagt Dominik Schraml (30) nachdenklich. "Wenn du nahe an der DTM und sogar der Formel 1 bist und dann alles zusammenbricht und du dich im Lager eines Fahrradherstellers wiederfindest, zieht dich das richtig runter."

Seine Karriere beginnt früh. Nach erfolgreichen Kartjahren sitzt er mit 16 in "richtigen Rennautos". Er ist Deutschlands jüngster Formel-Pilot. Es startet in der Formel König, in der Formel 3 und Formel 3000. Größter Rückhalt für den Wiesauer ist sein Vater Stefan Schraml. Er versucht, die Karriere seines Sohns voranzubringen. "Mehrere 100 000 Euro an Sponsorengelder hat er jede Saison gesammelt. Schon irre, wie das damals alles lief."

Wer hat das meiste Geld?

Die Summen werden immer höher. "In der Formel 1 war nicht die Frage, ob du ein paar Zehntel schneller bist als der andere, sondern wer die meisten Millionen mitbringt", schildert Dominik Schraml, der sich mit Sebastian Vettel oder Nico Hülkenberg als Junge im Kart heiße Duelle geliefert hat. Im Sommer 2010 ist das Märchen einer großen Profikarriere für Dominik Schraml vorbei.

Auch die Pläne, einen eigenen Rennstall zu gründen, gehen nicht auf. "Es gab einfach keine Leute mehr, die bereit waren, große Summe in den Motorsport zu investieren", sagt er. Fast über Nacht findet er sich bei Ghost in Waldsassen im Lager wieder.

Aber aufgeben steht nie zur Debatte. Er absolviert eine Ausbildung zum Race-Instruktor. "Du kannst nicht 20 Jahre Erfahrung im Motorsport wegschmeißen", sagt sein Vater damals zu ihm. Dominik Schraml macht sich selbstständig, bietet Fahrertrainings an. Durch Zufall lernt er bei einem Termin Alfred Heger kennen, der sein Talent zu schätzen weiß. Sie ziehen eine Porsche-Roadshow auf, Dominik leitet für Heger-Sport die Fahrertrainings, unter anderem auf Eis in Schweden inklusive Personalcoaching im Auto mit einer detaillierten Datenauswertung.

Glücks-Treffen

Und wieder begegnet er jemand, der sein Leben erneut verändert und ihm die Chance gibt, in den Rennsport zurückzukommen. "Ich hatte Rudolf Schulte in Schweden im Auto, der ganz angetan war und Rennen fahren wollte." Der Unternehmer kauft sich einen Porsche und Schraml und er starten beim Porsche-Sportscar. Ein Profi und ein Amateur wechseln sich bei diesen Rennen ab. "Das lief bei einem Gaststart im vorigen September super. Wir haben das Rennen als Zweite beendet. Rudolf war total happy und ist fast durchgedreht, weil er auf dem Podium stand."

Der Geschäftsmann will mehr. "Wir haben den finanziellen Rahmen in den vergangenen Monaten abgesteckt und beschlossen, dass wir heuer in der GT4-European-Series starten", sagt Dominik Schraml. Schwede Motorsport heißt das Team und besteht neben Schraml/Schulte noch aus Marc Basseng und Phillip Bethke. Gefahren wird in zwei Porsche Cayman GT4 CS MR mit 400 PS. Und auch in dieser Serie sind ein Amateur und ein Profi auf einem Fahrzeug und wechseln sich ab.

"Los geht es am 8. März für uns mit Tests in Zolder, denn dort ist vom 6. bis 8. April das erste Rennen", erklärt Schraml. Weitere Veranstaltungsorte sind Brands Hatch, Misano, Spa Franchorchamps, der Hungaroring und der Nürburgring. Es starten neben Porsche Fahrzeuge von Aston Martin, McLaren, Lotus, Ginetta, Maserati, Ford, BMW, Nissan, Chevrolet und Sin Cars.

"Es wird eine spannende Sache", sagt Schraml, der inzwischen mit Frau und zweijährigem Sohn in Altenstadt/WN lebt. "Das Projekt ist für zwei Jahre ausgelegt und das erste Jahr wird ein Lehrjahr mit vielen Fehlern. Profitieren werden aber alle vier Fahrer." Die Profis Schraml und Basseng coachen die Amateure, lesen die Daten aus. "Wir machen die Beiden schneller, die lernen von uns, da wir alles offenlegen. Unsere Partner nehmen sehr viel mit." Und Basseng und Schraml bekommen die Rennwochenenden bezahlt. "Es gibt nicht viele, die im professionellen Rennsport damit Geld verdienen. Aber unsere Partner nehmen viel Geld in die Hand und lassen sich ihr Hobby richtig was kosten."

Bei Siegen mitreden

Über allem steht aber der sportliche Erfolg. "In der zweiten Saison wollen wir schon ein Wörtchen bei den Siegen mitreden", zeigt sich Schraml optimistisch. Das wird auch Vater Stefan intensiv verfolgen. "Er freut sich wenn er sieht, wie es bei seinem Junior läuft. Ich bin meinem Vater dankbar. Was er für mich gemacht hat, ist unbezahlbar."

Mehrere 100 000 Euro an Sponsorengelder hat er jede Saison gesammelt. Schon irre, wie das damals alles lief.Dominik Schraml über seinen Vater Stefan Schraml

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