26.02.2010 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Dr. Rudolf Glötzner aus Weiden im Alter von 93 Jahren verstorben - Vielfacher Deutscher Meister Das Sportherz schlägt nicht mehr

Er war möglicherweise der bedeutendste Sportler Weidens. Zumindest aber gehörte er zum auserlesenen Kreis derer, die Sportgeschichte geschrieben haben. "Ja, ja, ich weiß, über mich werden sie einmal schreiben, dass ich eine Sportlegende bin", sagte er des öfteren. Er soll Recht behalten. Sein Interesse am Sport allgemein hielt bis ins hohe Alter. Am 1. Februar wurde Dr. Rudolf Glötzner 93 Jahre alt. Dreieinhalb Wochen später, am Donnerstagabend, ist er nun nach längerer Krankheit im Kreis der Familie friedlich entschlafen. Um 20.05 Uhr hörte sein Sportherz auf zu schlagen.

von Volker Klitzing Kontakt Profil

Glötzner holte neun Deutsche Meisterschaften, vor allem im Stabhochsprung und im Zehnkampf. Hier war er 1940 sogar Weltbester. Mit dem Stab wurde er Studentenweltmeister und gehörte zur europäischen Spitze. Der mögliche Höhepunkt seiner Karriere, die Teilnahme an den Olympischen Spielen, blieb ihm allerdings versagt. Berlin 1936 kam für den damals 19-Jährigen ein Jahr zu früh, die Spiele 1940 und 1944 fielen dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer und 1948 wurde Deutschland noch nicht wieder eingeladen.
Interessant: Der "Rekordmann von amerikanischem Format", wie er beschrieben wurde, war Autodidakt, hatte nie einen speziellen Trainer und bereitete sich nie besonders gezielt auf Wettkämpfe vor. So hat er seine berufliche Karriere neben dem Sport nie vernachlässigt. In München studierte er Medizin, war später Oberarzt am damals städtischen Krankenhaus Weiden. 1954 ließ er sich in freier Praxis nieder und praktizierte bis in die 90er-Jahre als Frauenarzt. "Halb Weiden" habe er auf die Welt gebracht, sagte er scherzhaft.

Große Verdienste hat sich Dr. Glötzner auch um den TB Weiden erworben. Hier war er von 1951 bis 1963 Vorsitzender. Schon sein Vater Anton, Sparkassendirektor, war ein großer Förderer des Vereins am Hammerweg. Rudolf Glötzner war maßgeblich am Ausbau der Tennisabteilung TC Grün-Rot beteiligt. Mehrfach war er Stadtmeister im Tennis, zuletzt 1965 mit 48 Jahren.

Dr. Rudolf Glötzner, Schwiegervater von Rechtsanwalt Burkhard Schulze, hinterlässt seine über alles geliebte Ehefrau Lore, die beiden Töchter Julika und Susanne, die Enkelkinder Thomas, Christoph und Julia sowie die Urenkel Lena und Draven. Trauerfeier ist am Mittwoch um 9 Uhr in St. Josef, anschließend Beerdigung im Stadtfriedhof.

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