05.03.2018 - 18:28 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Eishockey: Außenseiterchance für Blue Devils Weidener treffen im Play-off-Achtelfinale auf Nord-Meister Tilburg

Der Saisonhöhepunkt im Eishockey steht an: die Play-offs. Die Blue Devils gehören zu den 15 besten Oberliga-Teams in Deutschland, der 16. Achtelfinal-Teilnehmer kommt aus den Niederlanden. Und gegen den müssen die Weidener ab Freitag, 9. März, in der "Best-of-5"-Serie ran.

Auf der Bank immer mit Engagement dabei: Ken Latta, der Trainer der Blue Devils Weiden. Ab Freitag treffen die Oberpfälzer im Play-off-Achtelfinale auf die Tilburg Trappers. Bild: Fölsner
von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Auch wenn es teilweise Kritik hagelt, weil die Blue Devils in der Oberliga Süd "nur" Achter wurden, wertet Trainer Ken Latta diese Platzierung als Erfolg. "Wir haben in der Meisterrunde gegen die sieben besten Mannschaften gespielt. Wenn man die Etats vergleicht, waren wir gar nicht so schlecht", sagt der Kanadier, der vor der Meisterrunde Milan Mazanec abgelöst hatte. Latta weiß natürlich, dass sein Team als krasser Außenseiter in die Serie gegen den souveränen Nord-Meister Tilburg Trappers geht. Aber: "In den Play-offs beginnen alle bei Null!"

Der 55-jährige Latta hat in Weiden in sieben Wochen einiges bewegt. "Als ich kam, sah ich drei Baustellen: das Unter- und Überzahlspiel sowie die vielen Gegentore. In Unterzahl haben wir uns stark, in Überzahl leicht verbessert. Natürlich hatte ich mir auch gewünscht, dass wir weniger Gegentore kassieren." Obwohl in der Defensivarbeit ein Aufwärtstrend erkennbar ist, schießen die Gegner nach wie vor zu viele "leichte Tore". Das ärgert auch Thomas Siller, der wie der Coach die Schwächen in der Defensivarbeit am gesamten Block festmacht, nicht nur an den Verteidigern. "Das Defensivspiel beginnt mit dem Scheibenverlust für alle fünf", sagt der Vorsitzende des 1. EV Weiden, der hier die größten Defizite bei der Straka-Reihe sieht. Ein weiteres Problem sei die fehlende Konstanz auf der Torwart-Position.

Siller freut sich über die Steigerung unter Latta. Er räumt ein, dass der Wechsel "vielleicht zu spät" erfolgt sei. Das sei allerdings auch eine finanzielle Frage gewesen. Was den Vorsitzenden noch wurmt, ist die Tatsache, dass der Schlendrian auch nach dem Trainerwechsel nicht ganz vertrieben worden ist. Die Mannschaft schafft es nach wie vor zu selten, 60 Minuten konzentriert und auf hohem Niveau zu spielen. Latta nimmt die Spieler in dieser Hinsicht aber ein bisschen in Schutz: "Dieses Problem gibt es überall, nicht nur in Weiden. Nicht alle sind Profis, einige gehen acht, neun Stunden in die Arbeit oder in die Schule."

Ken Latta kennt Tilburg, mit seinem Ex-Klub Rostock spielte er in dieser Saison zwei Mal gegen den amtierenden Oberliga-Meister, der im Vorjahr die Finalserie gegen den EC Bad Tölz mit 3:1-Siegen gewann. "Natürlich sind wir der Außenseiter. Wenn wir bestehen wollen, muss alles passen: Wir brauchen einen Top-Torwart und eine Top-Defensivleistung - und zwar von den Stürmern und den Verteidigern."

Siller bezeichnet die Niederländer als Mannschaft mit richtig gutem Zweitliga-Niveau: "Im Prinzip gehört Tilburg in die DEL2, ich habe sie letztes Jahr in Selb gesehen." Doch Hoffnung schöpft der Vorsitzende daraus, dass "Play-offs eigene Gesetze" haben. Er erinnert sich dabei an das Frühjahr 2013, die erste Saison nach dem Wiederaufstieg in die Oberliga. Damals schalteten die Blue Devils als Achter in der ersten süd-internen Runde Meister EC Peiting sensationell mit 4:2-Siegen aus.

Leichte positive Signale

Noch mehr als das Abschneiden in den Play-offs interessiert die Eishockey-Fans in Weiden und Umgebung, wie es mit dem Oberliga-Standort weitergeht. "Wir arbeiten mit Nachdruck daran, Gesellschafter für eine Spielbetriebs-GmbH zu finden. Und es gibt leichte positive Signale", zeigt sich Siller vorsichtig optimistisch. Bis Mitte April werde man sehen, ob es funktioniert oder nicht.

Eishockey-Oberliga: Play-off-Achtelfinale

Deggendorfer SC (1. Süd) - Herner EV (8. Nord)

Starbulls Rosenheim (2. Süd) - Hannover Indians (7. Nord)

Selber Wölfe (3. Süd) - Füchse Duisburg (6. Nord)

EV Landshut (4. Süd) - Moskitos Essen (5. Nord)

Tilburg Trappers (1. Nord) - Blue Devils Weiden (8. Süd)

Saale Bulls Halle (2. Nord) - EV Regensburg (7. Süd)

Icefighters Leipzig (3. Nord) - ERC Sonthofen (6. Süd)

Hannover Scorpions (4. Nord) - EC Peiting (5. Süd)

Termine: Freitag (9. März), Sonntag (11. März), Dienstag (13. März), und falls nötig, Freitag (16. März) und Sonntag (18.März)

In den Play-offs beginnen alle bei Null!Ken Latta, Trainer der Blue Devils Weiden

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