Eishockey
Sieg erst in der Verlängerung

Die Blue Devils (in den blauen Trikots Philipp Siller und Matt Abercrombie, rechts) gewannen am Freitagabend gegen Schlusslicht EHV Schönheide erst in der Verlängerung mit 3:2. Bild: Gebert
Sport
Weiden in der Oberpfalz
24.12.2016
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Eine Woche nach dem glänzenden Auftritt im Oberpfalzderby gegen den EV Regensburg entgingen die Blue Devils nur knapp einer Blamage. Am Ende reichte es gegen Schlusslicht EHV Schönheide wenigstens zu zwei Punkten.

"Die Mannschaft hat heute nicht gut gespielt", sagte Markus Berwanger, der Trainer der Blue Devils, am Freitagabend nach dem 3:2 (0:1, 1:0, 1:1, 1:0)-Erfolg nach Verlängerung gegen den "Wiedereinsteiger" aus dem Erzgebirge. Als Hauptgrund für den Punktverlust nannte er, dass beim Torabschluss die letzte Konsequenz gefehlt habe.

Der EHV Schönheide meldete sich nach zwei turbulenten Wochen - mit Abmeldung vom Spielbetrieb und Wiedereinstieg - eindrucksvoll zurück. "Nach dem totalen Durchein-ander hatte ich nicht geglaubt, dass die Mannschaft zu so einer Leistung und so einem Kampf fähig ist. Das enorme Engagement ist mit einem Punkt belohnt worden", sagte EHV-Sportdirektor Michael Rumrich. Auch für die Blue Devils sei es wegen vieler Kranker und Verletzter keine leichte Woche gewesen, erklärte Markus Berwanger. "Unter diesen Umständen bin ich sogar froh, dass wir zwei Punkte geholt haben."

Proskuryakov entlassen

Die Sachsen traten nur mit 14 Feldspielern und ohne Ersatztorwart an. Drei Spieler (Milan Kostourek, Tomas Vrba und Goalie Patrick Glatzel) hatten den Verein verlassen - und dann gab es am Freitag noch zwei Entlassungen: Trainer Victor Proskuryakov und Stürmer Stephan Trolda wurden gefeuert, da Verantwortliche und auch der überwiegende Teil der Mannschaft nach ausführlichen Gesprächen keine Basis mehr sahen, mit beiden Personen weiter zusammenzuarbeiten, da das Vertrauen schon über einen längeren Zeitraum zerrüttet gewesen sei.

Wer von den knapp 1000 Zuschauern geglaubt hatte, es werde gegen das Schlusslicht ein Tor-Festival der Blue Devils geben, wurde enttäuscht. Nach knapp eineinhalb Minuten lagen die Gäste durch Dennis Gulda mit 1:0 in Front. Dieser Treffer spielte natürlich den kampfstarken Erzgebirglern in die Karten, die defensiv gut standen und mit Florian Neumann einen ausgezeichneten Keeper zwischen den Pfosten hatten. Die Blue Devils waren zwar klar überlegen und hatten auch Chancen, die sie aber unkonzentriert vergaben.

Nach Wiederbeginn rannten die Gastgeber zunächst planlos an - bis zur ersten Überzahlsituation. Dann ging alles ganz schnell. Gästespieler Erik Hoffmann saß gerade zwölf Sekunden in der Kühlbox, dann erzielte Marko Babic den Ausgleich (26.). Das beim 5:2 gegen Regensburg so starke Powerplay zeigten die Weidener diesmal aber nicht. Vier weitere Überzahlspiele blieben ungenutzt.

Zumindest standen die Blue Devils in Unterzahl gut, zu Beginn des Schlussabschnitts waren sie 40 Sekunden sogar mit zwei Mann weniger auf dem Eis. Das Bemühen war den Gastgebern nicht abzusprechen, doch es gelang nicht viel. Und in der 57. Minute drohte sogar eine Niederlage, als der Ex-Weidener Marco Pronath die Sachsen mit 2:1 in Führung schoss. Patrick Schmid (59.) rettete die Blue Devils in die Verlängerung, in der David Hajek für den Zusatzpunkt sorgte (62.).

Am Montag in Höchstadt

Thomas Siller, der Vorsitzende des EV Weiden, bezeichnete den beherzten Auftritt der Gäste als "Anschauungsunterricht", wie man auf gegnerischem Eis spielt. "Mit hoher Lauf- und Kampfbereitschaft. So müssen wir auswärts auch auftreten", gab er der Mannschaft für das Match am zweiten Weihnachtsfeiertag (Beginn 18 Uhr) in Höchstadt mit auf den Weg.

Die Mannschaft hat heute nicht gut gespielt.Markus Berwanger, Trainer der Blue Devils Weiden
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