Ex-Trainer der SpVgg Weiden coacht polnischen Klub Kielce
Erstliga-Debüt für Gino Lettieri

Gino Lettieri in seinem Element (damals in Duisburg). Der Trainer aus der Region coacht jetzt den polnischen Erstligisten Korona Kielce. Bild: dpa
Sport
Weiden in der Oberpfalz
17.07.2017
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Weiden/Kielce. Am Montagabend gab Gino Lettieri sein Debüt in der ersten Liga - in Polen. Mit der Partie gegen Zaglebie Lubin startete der einstige Trainer der SpVgg Weiden mit seinem Klub Korona Kielce in die neue Spielzeit. Und die Premiere ging gleich schief: Kielce unterlag mit Kielce.

Seit dem 1. Juli ist der 50-jährige Deutsch-Italiener beim letztjährigen Tabellensechsten aus dem Südosten Polens der sportliche Chef, nachdem er den insolventen Drittliga-Absteiger FSV Frankfurt im Sommer verlassen hatte. Zuvor hatte er auch den MSV Duisburg 2015 in die zweite Liga geführt, ehe er dort entlassen wurde. Seine Familie wohnt weiterhin in Bayreuth. Bis vor einigen Jahren lief Lettieri auch immer mal wieder für den SV Poppenreuth (Kreis Tirschenreuth) auf.

Lettieri, der die SpVgg Weiden im Sommer 2009 in die Regionalliga geführt hatte, ehe er kurz vor der Insolvenz am Wasserwerk zum SV Wehen wechselte, legte im Nachbarland gleich richtig los. Nach einem Bericht des "Kicker" soll er nach einem Disput zwei Spieler rausgeworfen haben. Die Mannschaft wird auch radikal umgebaut. Unter den vielen neuen Spielern - insgesamt sollen es 18 sein - sind auch fünf Profis, die zuletzt in Deutschland aktiv waren: Fabian Burdenski, Shawn Barry (beide FSV Frankfurt), Michael Gardawski (Hansa Rostock), Matthias Hamrol (1. FC Köln II) und Zlatan Alomerovic (zuletzt ohne Klub, davor Kaiserslautern und Dortmund). 15 Spieler haben den Verein verlassen.

Man spricht ohnehin viel deutsch in Kielce. Denn die Bremer Torwart-Legende Dieter Burdenski (444 Bundesligaspiele für Werder) hat seit dem Frühjahr die Mehrheit an dem Klub. In Polen gibt es keine 50+1 Regel. Burdenski, mittlerweile ein erfolgreicher Geschäftsmann auf dem Gebiet von Sport-Events, möchte hier etwas aufbauen. Er hat den Verein sicher nicht für Sohn Fabian gekauft.

Wie man etwas entwickeln kann, können sich die Fußballer bei den benachbarten Handballern von Kielce abschauen. Die werden in Polen regelmäßig Meister und gewannen 2016 die Champions-League. Das wird allerdings für Lettieri und Co. Utopie bleiben.
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