Freundschaftsmarathon Weiden-Amberg
Ohne Helfer läuft nix und niemand

Da geht's lang! Ohne Hunderte Helfer wäre der Freundschaftsmarathon nicht machbar. Bild: exb
Sport
Weiden in der Oberpfalz
13.08.2017
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Nur eine von vielen Sitzungen. Mehrmals treffen sich Organisatoren und Helfer, wie hier bei der Feuerwehr in Schnaittenbach. Bild: aha
 

Was wäre der Freundschaftsmarathon Weiden-Amberg am Sonntag, 17. September, ohne die vielen Helfer im Hintergrund? Ohne sie würde - im wahrsten Sinn des Wortes - nichts und niemand laufen.

Weiden/Amberg. Die ganze Region wird am 17. September auf den Beinen sein: als Läufer, Zuschauer oder Helfer. Hunderte Freiwillige werden an der Strecke gebraucht. Um die 350 Helfer sind auch bei der letzten Auflage des Freundschaftsmarathons im Einsatz. Ein Großteil stammt aus den Reihen der Freiwilligen Feuerwehren entlang der Strecke. Sie kümmern sich um Umleitungen, Verkehrsabsicherung und Sperrungen. "Man kann sich nicht vorstellen, was sich die Kameraden von Anwohnern und verständnislosen Autofahrern da teilweise anhören müssen", betont Michael Werner. Der Kommandant der Feuerwehr Schnaittenbach stellt um die 60 Einsatzkräfte. Immerhin ist Schnaittenbach nicht nur Wechselstation der Staffelläufer und Verpflegungspunkt, sondern auch Startort für die Halbmarathonis und Nordic Walker.

Um die Verpflegung der Sportler kümmern sich zahlreiche Vereine und auch Feuerwehren entlang der 42 Kilometer. Etwas weniger zu tun haben diesmal die Mitglieder des VfB Rothenstadt. Rainer Rosenau von VfB zählt auf eine 15-köpfige Truppe: "Beim Lauf von Weiden nach Amberg fehlen die Halbmarathon-Läufer. Die Nachfrage bei den Läufern der vollen Distanz ist kurz nach dem Start naturgemäß eher gering. Aber zur Unterhaltung und zum Anfeuern der Läufer haben wir unsere Musikanlage dabei." Startet, wie diesmal, das Feld in Weiden, ist in kurzer Zeit alles erledigt. "Das Besondere am Freundschaftsmarathon war und ist für uns das lockere Miteinander, wenn die ernsthaften Läufer durch sind und das Gros der Hobbyläufer hier und da auch schon mal ein Bier verlangt und sichtbar Spaß an der eigenen Leistung hat."

Musik und La-Ola-Welle

Auch der SC Luhe-Wildenau unterhält eine Versorgungsstation, an der zehn Helfer im Einsatz sind. Bevor die Läufer kommen stellen sie Bänke auf, füllen verschiedene Getränke in Becher ab und schnippeln fleißig Obst in mundgerechte Stücke und packen Vitaminriegel aus, um die Sportler zu versorgen.

Personell breit aufgestellt ist auch der TuS Schnaittenbach. Gerald Dagners Team besteht aus 25 Helfern. Hier bleibt es nicht beim Obst schnippeln und Getränke mischen: "Wir geben die Startnummern aus, organisieren, dass die Gepäckstücke der Teilnehmer an den jeweiligen Zielort mit Hilfe des THW gelangen und sind für die Verpflegung der Läufer zuständig. Unser Einsatz dauert von 7.30 Uhr bis der letzte Läufer die Wechselstation passiert hat, was sich bis 12.30 Uhr hinziehen kann."

Nur wenige Kilometer weiter betreut der Ski Club Monte Kaolino unter Regie von Werner Weigl in Hirschau eine Verpflegungsstation. "Selbstverständlich reichen die Helfer der Läufern auch Happen und Getränke. Das klappt immer wunderbar. Die Einsatzzeit beträgt ca. 4 bis 5 Stunden. Das besondere am Freundschaftsmarathon ist, dass es doch sehr viele regionale Teilnehmer gibt und man auch sehr viele kennt", berichtet Weigl.

In Hirschau stellt Kommandant Sebastian Jasinsky zudem bis zu 40 Feuerwehrler, um einen reibungslosen Ablauf des Marathons zu gewährleisten. Hirschau ist, ebenso wie Schnaittenbach, ein wichtiger Knotenpunkt auf der Strecke zwischen Weiden und Amberg. Auch am Fuße des Monte Kaolino werden die Teilnehmer, dank Ski Club, mit flotter Musik und oft auch mit namentlicher Ansage begrüßt. Manchmal gibt es von den Zuschauern eine La-Ola-Welle.

Eine Doppelbelastung beim Marathon kennt man auch bei der Feuerwehr Krondorf-Burgstall. Kommandant Helmut Götz: "Wir betreuen eine Versorgungsstation und haben als Feuerwehr gleichzeitig auch für die Straßensperrungen zur Sicherheit der Läufer zu sorgen. Gut zehn Mitglieder unserer Wehr werden im Einsatz sein, davon sind vier Kräfte mit der Absicherung der Straße beschäftigt." Der Rest steht an der Versorgungsstation, um die Teilnehmer im Vorbeilaufen mit Mineralwasser, frischem Obst und Energieriegel zu versorgen. "Die Kameraden, die für die Verkehrsabsicherung eingeteilt sind, rücken in aller Früh aus, um an den Abzweigungen an der B14 und St2238 die entsprechenden Verkehrsschilder und Sperren aufzustellen."

Mais, Müll und Missgunst

Nicht vergessen darf man dabei an allen Orten auch die Entsorgung Hinterlassenschaften der Sportler: Alle Unterstützer stellen Abfalltonnen entlang der Straße auf, in denen die Läufer ihre Becher, Schalen und Riegel-Verpackungen im Handumdrehen entsorgen können. Parallel kennt man überall entlang der Strecke das Problem, dass eine Großveranstaltung nicht nur auf Gegenliebe stößt: "Die Verkehrsabsicherung ist natürlich schon immer eine große Herausforderung für uns, da es an diesem Sonntagvormittag dann mit enormen Verkehrsbehinderungen rund um Hirschau kommt und wir auch schon mal von erbosten Autofahrern beschimpft werden. Das sind wir von der Feuerwehr aber sowieso gewohnt. Auch die Maisernte steht um diese Zeit an - und dann rollen die Landwirte mit ihren riesigen Maschinen an und müssen dann von uns gestoppt oder umgeleitet werden", betont der Chef der Feuerwehr Krondorf-Burgstall.

Während die Sportler Amberg immer näher kommen, stehen auch die Mitglieder von CIS Amberg um Bernd Stief parat. Seit dem ersten Freundschaftsmarathon betreuen sie die Wechselstation und Verpflegungsstation in Urspring bzw. in Schwärzermühle (Steiningloh) wenn es Richtung Amberg geht. Stief kann sich auf ein eingespieltes Team verlassen. Das muss er auch: "Ich selber bereite nur alles vor, bin dann selber nicht dabei, weil ich zusammen mit Andreas Hahn die Moderation beim Zieleinlauf übernehme. Und so stellen die CISler beim Freundschaftsmarathon 20 Leute: Zehn bei der Verpflegung, fünf beim Wechsel und fünf Streckenposten. Dazu kommen heuer drei Leute beim Aufbau des Zielbereichs und drei bei der Startnummernausgabe am Samstag. "An Verpflegung geben wir Obst, Powerbar, Gel, Isogetränk, Wasser und Schwämme aus - was heuer Richtung Amberg, also nach bereits gelaufenen 30 Kilometern, besonders wichtig ist. Insgesamt werden unsere Leute von 9 bis 14 Uhr an diesem Tag im Einsatz sein."

Netter Empfang

Das Besondere am Freundschaftsmarathon ist für Bernd Stief, dass sich durch die Punkt-zu-Punkt-Strecke im Gegensatz zu einem Rundkurs ein wesentlich höherer Organisationsaufwand ergibt. Außerdem ist es ein Landschafts-Marathon mit vielen Anstiegen, Bergab-Strecken und teilweise auf Feldwegen, "also insgesamt etwas schwieriger zu laufen als ein Stadt-Marathon." Das ganz Besondere sei jedoch die Verbindung der Städte Amberg und Weiden. Und noch etwas Besonderes hat Stief ausgemacht: den sehr selten angebotenen Wettbewerb "run & bike" im Rahmen des Freundschaftsmarathons. Damit nicht genug: Markus Reindl und das Team vom ESV Amberg betreuen mit 15 Helfern eine Versorgungsstation und stellen auch Streckenposten, um die Läufer richtig zu leiten. "Wir sichern auch kleinere Straßen ab, damit die Läufer nicht gefährdet werden. Wir bereiten die Verpflegung vor, schnippeln Bananen und befüllen Getränkebehälter, um das Angerichtete an die Läufer zu geben." Die meisten Helfer sind auch hier von morgens bis 16 Uhr im Einsatz. "Bisher konnten wir Vorfälle immer verhindern, dazu sind wir ja auch mit Ärzten und Sanitätern vor Ort", sagt Reindl.

Die Sportler der Skivereinigung Amberg um Eveline Süß tummeln sich nicht nur auf den 42 Kilometern zwischen Weiden und Amberg am 17. September: Beim Freundschaftsmarathon werden von der Skivereinigung bis zu 20 Personen im Einsatz sein. "Am Vortag werden bereits die Startnummern ausgegeben, da sind von uns bereits Helfer dabei. Am Veranstaltungstag wird ein Teil bereits beim Zielaufbau ab 7 Uhr mithelfen, also Absperrgitter aufstellen oder abtrassieren. Dann gilt es, unseren Verpflegungsstand vor dem Rathaus bereit zu machen", sagt Süß.

Zunächst reichen die Gelb-Blauen den Läufern im Ziel verschiedene Getränke, Kuchen und Obst. Dann geht es ans Abbauen und Aufräumen. "Wir freuen uns richtig darauf, die Teilnehmer im Ziel freundlich empfangen und eine Stärkung anbieten zu können. Alle haben ja bereits einiges hinter sich und sportlich ordentlich was geleistet, wenn sie in Amberg ankommen. Wir wollen dazu beitragen, dass der Lauf einen schönen Abschluss findet, denn aus Erfahrung freut sich jeder Teilnehmer, es geschafft zu haben und nett empfangen und bewirtet zu werden".

Party in Amberg

Mit Jubelschreien und Applaus peitschten Hunderte Zuschauer die knapp 1100 Starter beim 6. Freundschaftsmarathon Amberg-Weiden vor zwei Jahren über die letzten Meter ins Ziel am Oberen Markt in Weiden. Das soll auch diesmal in der Amberger Altstadt nicht anders sein. Die Partyband "SaKrisch" aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach spielt ab der Mittagszeit zur Party auf. Eine große Abschluss-Fete soll es werden - nicht nur für die Sportler, sondern auch für die vielen ehrenamtlichen Helfer und die ganze Region. Auch für die Kinder soll mit einem entsprechenden Programm gesorgt sein.


"Danke!"Auch wenn an dieser Stelle nicht alle zu Wort gekommen sind, so sagen die Veranstalter, die Städte Weiden und Amberg sowie Oberpfalz-Medien: Danke! Skivereinigung, CIS und ESV Amberg, SC Germania Amberg, TuS Schnaittenbach, SC Monte Kaolino Hirschau, SC Luhe-Wildenau, VfB Rothenstadt, Injoy Weiden, die Feuerwehren Krondorf-Burgstall, Weiden, Oberwildenau, Neudorf, Immenstetten, Freudenberg-Wutschdorf, Hirschau, Aschach, Schnaittenbach, Holzhammer, Kemnath a.B, Amberg, Raigering, Steiningloh-Urspring, THW, BRK, Polizei, TB Weiden, DJK Weiden, DLRG und VC Corona Weiden.


Anmeldung noch bis 10. SeptemberStarten kann man beim Freundschaftsmarathons Weiden in den Disziplinen:
Marathon
"run & bike"
Staffel
Halbmarathon
Nordic-Walking-Halbmarathon
Startschuss für den 7. Freundschaftsmarathon Weiden-Amberg ist am Sonntag, 17. September, um 9 Uhr in Weiden bei der Bayernwerk AG in der Moosbürger Straße für die Marathonis, den ersten Staffel-Läufer sowie die Teams "run & bike".

Eine Stunde später - und damit wohl nur wenige Minuten bevor die Marathon-Spitzengruppe eintrifft - geht es für die Nordic-Walker und Halbmarathon-Starter ab der Grund- und Mittelschule (direkt an der B14) in Schnaittenbach Richtung Amberg. Wechselstationen für die Staffel-Teilnehmer sind in Oberwildenau, Schnaittenbach und in Steiningloh.

Wie schon in den Vorjahren, haben alle Sportler die Möglichkeit, per Bus-Shuttle zum Start zu fahren. Ab 7 Uhr geht's vom Busbahnhof in Amberg nach Weiden. Die Fahrt kostet pro Person 3 Euro, mit Radtransport insgesamt 6 Euro.

Um 8.30 Uhr starten an gleicher Stelle die Busse nach Schnaittenbach (3 Euro). Zurück nach Weiden fahren die Busse dann stündlich ab 14.30 Uhr. Auch für den Transport von Gepäck und Wechselkleidung ist gesorgt - sämtliche Taschen werden ab Weiden und Schnaittenbach ins Amberger Kurfürstenbad gebracht.

Im Vergleich zu vielen anderen Sportevents ist der Freundschaftsmarathon richtig kostengünstig. Die derzeitigen Anmeldegebühren (bis 10. September): 30 Euro Marathon, 22 Euro "run & bike" sowie 17 Euro für Staffel, Halbmarathon und Nordic-Walking-Halbmarathon.

Die Großveranstaltung ist nicht ohne Umleitungen und Sperren wichtiger Straßen möglich. Diese werden in der Wochenendausgabe 16./17. September in einer großen übersichtlichen Karte veröffentlicht. (aha)

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Anmeldung, Streckenplan und weitere Informationen auf www.freundschaftsmarathon.de
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