Fußball-Fee feiert 90sten

Die lebensfrohe und -lustige Erna Schneider (vorne, Mitte) feierte im Kreise ihrer Familie sowie einer Abordnung ehemaliger SVD-Spieler und -Funktionäre ihren 90. Geburtstag. Bild: lst
Sport
Weiden in der Oberpfalz
19.05.2017
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Fußball-Fee feiert Neunzigsten

Weiden. (lst) Sie lacht, scherzt und ist schlagfertig: "Wenn dann mal das Handtuch runtergerutscht ist, habe ich freilich nicht weggeschaut. Die Jungs waren ja durchaus knackig und schön anzusehen", erinnert sich Erna Schneider , die im Fußball-Kreis Amberg/Weiden und darüber hinaus bestens bekannt ist. Die "gute Seele" des ehemaligen SV-Detag Weiden, die über Jahrzehnte hinweg die Trikots gewaschen und im Keller im Sportheim an der Stockenhut die Mannschaften und Schiedsrichter betreut hatte, feierte am Mittwochabend im Kreis ihrer Familie 90. Geburtstag.

Diesen Anlass ließ sich auch eine Abordnung ehemaliger SVD-Spieler und -Funktionäre nicht entgehen. Sie statteten "ihrer Erna" einen Besuch ab, um zu gratulieren. Erna Schneider ist der lebende Beweis dafür, dass der Umgang mit jungen Leuten jung erhält. Das wurde bei der Feier erneut deutlich. Nicht nur ihr Sohn, der ehemalige Profi-Fußballer Heinz mit seiner Lebensgefährtin, und ihre Tochter Hildegard feierten mit der rüstigen und lebensfrohen "Neunzigerin". Auch die ehemaligen SVD-ler Hans Wach, Thomas Binner, Bekim Kastrati, Alfons Brittinger und Christian Stadler machten der Jubilarin ihre Aufwartung, überreichten Geschenke und schwelgten gemeinsam mit ihr in alten Erinnerungen.

Als Ernas Sohn Heinz bei den Buben des Sportvereins mit dem Fußballspielen begann und es auf dem grünen Rasen bis zu Bundesliga-Ehren brachte, standen Mutter Erna und der mittlerweile schon verstorbene Vater Gerhard immer am Spielfeldrand. Bis nach Spanien war Erna Schneider mit der Kreisjugendauswahl, in der Sohn "Heinzi" damals spielte, unterwegs. Und weil man beim Sportverein händeringend jemanden für das Trikotwaschen suchte, sprang sie in die Bresche.

Erna Schneider zählte Jahrzehnte lang beim SVD Weiden nicht nur zum "lebenden Inventar", sondern war natürlich der "gute Geist" des inzwischen nicht mehr existenten Vereins, der in der neuen SpVgg SV Weiden aufgegangen ist. Es verging kein Tag, an dem sie nicht im SVD-Sportheim war, Trikots wusch oder die Kabinen putzte. Bei Heimspielen versorgte sie die Schiedsrichter mit Kaffee und Kuchen. Und nicht nur das: "Es gab auch das eine oder andere Schnapserl", blickt die 90-Jährige augenzwinkernd zurück. "Klar, dass viele Referees, die an sie gegebenen Essengutscheine nicht nutzten, sondern bei mir im Keller saßen", berichtet Erna Schneider.

Ob vom Bayerischen-Fußball-Verband (Ehrenzeichen in Gold) oder der SpVgg SV Weiden (Ehrenmitgliedschaft) - an sie wurden schon die höchsten Ehrungen verliehen. Die größte Freude bereiteten ihr aber immer die Siege des SVD - und natürlich der Besuch der SVD-Ehemaligen.
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