13.02.2018 - 20:10 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Gewichtheben Bayernliga Wie die Weidener Heber Aufstiege stemmen

Im Keller der Max-Reger-Schule dreht sich alles um schwere Scheiben an einer silbernen Stange. Hier trainieren die Gewichtheber des 1. AC Weiden für ihren letzten Saisonwettkampf. Mit einem Sieg ist der Aufstieg in die zweite Liga perfekt. Doch ist der Verein für die neue Aufgabe bereit?

"Wenn wir gewinnen, wovon wir ausgehen, werden wir aufsteigen müssen." Zitat: Abteilungsleiter Lothar Schemmel
von Externer BeitragProfil

Ein Heber stemmt die schwere Last an der dünnen Stange über seinen Kopf in die Luft. Scheppernd lässt er sie zu Boden fallen. Der Untergrund im Trainingsraum erzittert. Derweil stehen Fritz Bruckner und Lothar Schemmel hinter dem Tresen im Kraftraum und beobachten ihre Schützlinge beim Training.

Der Trainer und der Abteilungsleiter sind mit Herzblut beim 1. AC Weiden engagiert. Die beiden betreuen neben dem Nachwuchs besonders die erste Mannschaft. Am 10. März soll ihre Arbeit in der Bayernliga Früchte tragen. Im letzten Wettkampf wartet mit Tabellenschlusslicht KSC Attila Dachau eine machbare Aufgabe. "Wenn wir gewinnen, wovon wir ausgehen, werden wir aufsteigen müssen", beschreibt Lothar Schemmel die Verbandsvorgabe. "Das geht dann gar nicht mehr ums Wollen."

Im ersten Moment klingt das mehr nach einer Bürde. "Der Aufstieg ist schon ein Ziel", schiebt er jedoch hinterher. "Welcher Sportler würde nicht gerne aufsteigen?" Damit ändert sich aber nicht nur die Ligazugehörigkeit. Der organisatorische Aufwand nimmt zu. Besonders die Auswärtsfahrten werden länger. Daneben sind die Startgebühren in der Liga höher. Weitere Kosten fallen mit einem externen Kampfrichter an.

Aus der Premiere gelernt

Bereits einmal - von 2010 bis 2012 - stemmten die Weidener Heber die Gewichte in der zweithöchsten Klasse. Im Vergleich zum letzten Auftritt in der zweiten Liga ist der Verein aber strukturell besser aufgestellt. "Wir haben uns vor allem bei der technischen Durchführung der Wettkämpfe verbessert", stellt Schemmel fest. "Mit der Zeit haben wir uns Equipment angeschafft. Von der Sprechanlage bis zu Bildschirmen über die wir die Wertungen übertragen können."

Im Kader wird es dank der guten Nachwuchsarbeit keine Verstärkung geben. "Grundsätzlich haben wir uns immer auf die Fahne geschrieben, nur eigene Heber einzusetzen", erklärt Bruckner. "Wir sind keine Mannschaft, die jemanden holt, um in die zweite Liga aufzusteigen." Sollte die Leistung in der höheren Klasse nicht passen, ist das laut Bruckner aufgrund des Niveauanstiegs normal. "Einkaufen werden wir aber keinen", betont er.

Insgesamt blickt der Verein mit den vorhandenen Akteuren positiv in die Zukunft. "Wir haben eine junge Mannschaft", argumentiert Lothar Schemmel. "Wir hoffen darauf, dass die, die jetzt nachrücken, in der nächsten Saison noch einen Sprung machen." Damit das gelingt, trainiert die erste Mannschaft drei Mal in der Woche.

Sechs Heber schickt Trainer Bruckner in die Wettkämpfe. Durch das Relativpunkte-System können sowohl Frauen als auch Männer gemeinsam antreten. Dabei wird die gestemmte Leistung des Hebers in Kilogramm von seinem Gewicht abgezogen. Das Ergebnis wird nach einer Tabelle in Punkte umgerechnet.

Mit beteiligt an der erfolgreichen Saison ist Martin Riedl. Der 25-Jährige ist schon seit 15 Jahren beim Athletenclub. "Der Aufstieg beschäftigt einen natürlich", gibt der Mannschaftssprecher zu. "Wenn man oben auf der Bühne steht, sind wir professionell und blenden das aus. Im Unterbewusstsein ist der Druck aber natürlich da."

Die etwas andere Dusche

Bleibt am Ende noch die Frage, wie ein Gewichtheber feiert? "Wahrscheinlich wie jeder andere Sportler auch", lacht Riedl. Und sein Trainer Fritz Bruckner ergänzt: "Wenn die Mannschaft gewinnt, gibt es unter der Dusche schon mal Sekt." Die Korken lassen die Weidener aber erst am 10. März knallen. Nach dem voraussichtlichen Sieg in Dachau.

Wenn wir gewinnen, wovon wir ausgehen, werden wir aufsteigen müssen.Abteilungsleiter Lothar Schemmel
Grundsätzlich haben wir uns immer auf die Fahne geschrieben, nur eigene Heber einzusetzen.Trainer Fritz Bruckner

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