Halbzeit in der Fußball Bayernliga Nord
SpVgg SV Weiden im Krisenmodus

Im Abstiegskampf angekommen: Nach der 1:5-Klatsche gegen die SpVgg Bayern Hof gab es bei den Weidener Spielern (von links Michael Busch, Josef Rodler und Christoph Hegenbart) betretene Mienen. In einer Aussprache mit der Vereinsführung und den Trainern wurde nun das Kollektiv beschworen. "Es geht nur als verschworener Haufen", meint Sportvorstand Philipp Kaufmann. Bild: A. Schwarzmeier
Sport
Weiden in der Oberpfalz
16.10.2017
279
0

In der Fußball-Bayernliga Nord ist Halbzeit und die SpVgg SV Weiden schaltet in den Krisenmodus. Denn nach fünf Spielen ohne Sieg ist die Relegationszone nur noch drei Punkte entfernt. Am Weidener Wasserwerk besteht deshalb Gesprächsbedarf.

War es eine handfeste Krisensitzung? Oder lediglich eine notwendige Aussprache? Egal. In jedem Fall wurde jede Menge Ursachenforschung betrieben, als sich Vereinsführung, Trainerteam, Betreuer und fast die komplette Mannschaft am Sonntagnachmittag zusammensetzten. "Herzlich willkommen in der Realität", lautete die Begrüßung von Sportvorstand Philipp Kaufmann.

Die fiel vielleicht etwas spitzzüngig, aber treffend aus. Denn die SpVgg SV ist als Tabellen-13. im Abstiegskampf angekommen. Die beiden 1:5-Klatschen zuletzt bei den Würzburger Kickers II und daheim gegen die SpVgg Bayern Hof waren für alle Beteiligten Stiche mitten ins schwarz-blaue Herz. "Es ist nicht schön, so zu verlieren.", meinte Kaufmann am Montag. Und er berichtete von eineinhalb Stunden, in denen kein Blatt vor den Mund genommen, das sportliche Tief analysiert, Wege aus der Krise diskutiert worden seien. Unterm Strich stehe die Erkenntnis: "Wir wollen uns gemeinsam rausziehen. Als verschworener Haufen."

Vor Saisonbeginn hatte der Verein ein einziges Ziel formuliert, den Klassenerhalt. Und daran hat sich laut Kaufmann nichts geändert. "Wir wollen den direkten Verbleib schaffen. Wenn es nicht anders geht, müssen wir aber auch die Relegation annehmen." Nach der jüngsten Negativserie ist der Vorsprung auf den ersten Relegationsplatz geschmolzen. Auf nur noch drei Punkte. "Damit ist keiner glücklich", gibt der Sportvorstand zu. Was derzeit fehle, sei ganz einfach das Feuer in der Mannschaft, das Kollektiv, das auch mal Berge versetzen könne. "Die Hofer haben sich am Freitagabend gegenseitig angefeuert, jede Aktion untereinander beklatscht. Das passiert bei uns zu selten." Ein Manko, das auch Cheftrainer Stefan Fink in seiner Brandrede deutlich ansprach. Und dafür von allen Anwesenden Applaus erntete.

Kaufmann sieht mit der Aussprache einen Anfang gemacht. Auch weil es "keine Schuldzuweisungen gab. Die Spieler waren sehr selbstkritisch." Einen Riss im Teamgefüge kann er nicht erkennen: "Wir haben keine Opposition im Kader und auch keinen Schweinehund, der nicht mitzieht." Weshalb sich die Trainerfrage nicht stelle: "Da gibt es keine Diskussion. Wir haben Vertrauen in Stefan Fink und unser Trainerteam." Ob die Krisensitzung gefruchtet hat, kann die Mannschaft am Samstag beweisen. Dann gastiert zum Rückrundenauftakt der TSV Großbardorf im Sparda-Bank-Stadion.

Da gibt es keine Diskussion. Wir haben Vertrauen in Stefan Fink und unser Trainerteam.Philipp Kaufmann
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.