18.10.2017 - 23:34 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Interview mit Devils-Verteidiger und Ex-Wolf Peter Hendrikson vor dem Derby gegen Selb "Auf dem Eis gibt es keine Freunde"

Herr Hendrikson, nach über zehn Jahren beim VER Selb treten Sie am Freitag mit dem EV Weiden erstmals gegen Ihre Ex-Kollegen an. Wie ist das Gefühl?

Peter Hendrikson. Bild: Gebert
von Autor APÖProfil

Peter Hendrikson: Das fühlt sich schon komisch an. Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Aber es ist nunmal so im Sport.

Beim ersten Spiel zwischen Selb und Weiden vor zwei Wochen haben Sie beruflich gefehlt. Waren Sie überrascht über den Sieg der Blue Devils?

Ich war beruflich in Russland, das stimmt. Aber ich habe natürlich alles am Liveticker verfolgt. Und ich war sehr überrascht über den Sieg meines neuen Teams. In Selb zu gewinnen ist ja nicht so einfach.

Sie sind beruflich bei der Firma Purus in Arzberg beschäftigt, Ihr Chef ist Thomas Manzei, der zweite Vorsitzende des VER Selb. Befürchten Sie, dass auch für das Spiel am Freitag beruflich noch was dazwischen kommen könnte?

Also bis jetzt habe ich grünes Licht. Aber vielleicht bekomme ich von Thomas noch einen Termin (lacht).

Wie gehen Sie das Spiel an? Harte Checks gegen alte Freunde? Oder hält man sich da eher etwas zurück?

Gute Freunde sind wir vor dem Spiel und danach wieder. Auf dem Eis gibt es keine Freunde, heißt es immer so schön. Da muss man Profi genug sein, um so etwas auszublenden.

Ihr Ziel für Freitag?

Ich will als Derbysieger vom Eis gehen. Zuhause haben wir sicher eine noch größere Chance als in Selb. Aber wir müssen unsere beste Leistung bringen, vor allem defensiv.

Wie läuft es bislang in Weiden?

Bis jetzt ist soweit alles okay. Die Jungs sind in Ordnung, die Mannschaft auch. Auch die Verantwortlichen im Verein sind sehr engagiert und bemüht. Die Ergebnisse sind noch etwas durchwachsen. Wir müssen mehr Konstanz reinbringen.

Sie verfolgen sicher auch noch den Weg des VER Selb, oder?

Natürlich. Ich verfolge das ganz genau und mit großem Interesse. Selb war über zehn Jahre meine Heimat - und ist es irgendwie immer noch. Der VER ist ja ganz gut in die Saison gestartet und liegt im Soll. Selb zählt nach wie vor zu den Spitzenteams der Oberliga und landet sicher wieder ganz weit oben.

Was sagen Sie zur Verjüngungskur der Wölfe nach dem Abgang von Ihnen, aber auch von einigen anderen erfahrenen Spielern in der Verteidigung? Glauben Sie, die jungen Leute des VER können die Abgänge kompensieren.

Kurzfristig vielleicht noch nicht ganz. Perspektivisch aber schon. Mauriz Silbermann zum Beispiel hat Riesenpotenzial. Wenn der Junge so weitermacht, wird er besser als ein Hendrikson, Meier oder Schadewaldt. Außerdem ist jeder Spieler ersetzbar.

Welches Saisonziel verfolgen Sie mit dem EV Weiden?

Wir wollen unter die Top-Acht. Also in die Play-offs. Und das werden wir schaffen. Alles andere ist dann Zugabe.

Ihr Wechsel nach Weiden kam im Sommer ja doch etwas überraschend nach so langer Zeit in Selb. Was war der wirkliche Grund?

Es waren wirklich nur familiäre Gründe. Ich wohne schon seit zwei Jahren in Weiden. Das ist mein neuer Lebensmittelpunkt, ich habe dort ein Haus gekauft. Die Fahrerei nach dem Training strengt halt an. Ich habe vor dem Wechsel viel überlegt und auch mit Thomas Manzei viel gesprochen.

Am Freitag werden auch wieder sehr viele VER-Fans nach Weiden kommen. Mit welchem Empfang rechnen sie aus dem Wölfe-Fanblock?

Da lasse ich mich überraschen. Aber ich hoffe, der Empfang fällt gut aus.

Peter Hendrikson

Peter Hendrikson, der am 1. April 1983 in Karaganda (Kasachstan) geboren wurde, wechselte vor der Saison 2006/07 als Stürmer zum damals noch in der Landesliga spielenden VER Selb. In seinen elf Jahren für die Wölfe kam der 34-Jährige in insgesamt 474 Begegnungen auf 334 Scorerpunkte (140 Tore/194 Assists). Vor seiner Zeit in Selb spielte Hendrikson bereits in Leipzig (Oberliga), Duisburg (2. Liga) und von 1999 bis 2003 in Weiden (Oberliga und Nachwuchs).

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