01.03.2017 - 15:52 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Interview mit SpVgg SV Weidens Trainer Franz Koller "Wir brauchen 40 Punkte"

Noch 14 Saisonspiele und ein jedes gerät zur Bewährungsprobe: Mit dem Auswärtsspiel beim SV Erlenbach startet Fußball-Bayernligist SpVg SV Weiden am Samstag die Mission Klassenerhalt. Wieso am Ende unbedingt die 4 vor der 0 stehen muss, erklärt Trainer Franz Koller im NT-Interview.

Franz Koller, Trainer der SpVgg SV ist zuversichtlich, dass Weiden den Klassenerhalt schafft. "Aber es wird eine harte Nummer", wie er im Interview sagt. Bild: ref
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Von Alfred Schwarzmeier

Herr Koller, die Mannschaft hat eine fast sechswöchige Vorbereitung hinter sich. Ist sie konditionell und spielerisch auf dem Niveau, um im Abstiegskampf zu bestehen?

Franz Koller: Ich denke, im Großen und Ganzen schon, auch wenn die Trainingsbedingungen in Weiden ohne Kunstrasen schwierig waren. So richtig auf dem Platz waren wir erst vergangene Woche. Wir haben jedoch das Beste daraus gemacht.

Die Testspiel-Bilanz ist mit vier Niederlagen sowie jeweils einem Sieg und Remis von den Ergebnissen her negativ. Sind Sie dennoch mit den Leistungen gegen fast nur höherklassigere Gegner zufrieden?

Absolut. Die Resultate weiß ich richtig einzuschätzen. Mir ist es lieber, in Testspielen gegen stärkere Teams anzutreten, die uns richtig fordern. Was habe ich davon, wenn ich gegen Kreisligisten fünf Siege lande und danach weiß ich nicht, wo ich stehe? Man hat deutlich gesehen, was wir für Potenzial haben. Vieles war gut, vor allem die Laufwege. Wichtig war, dass wir von Verletzungen verschont geblieben sind. Lediglich Thomas Schneider hatte eine Oberschenkelverletzung. Ich hoffe, dass er gegen Erlenbach zur Verfügung steht.

Die SpVgg SV steckt in der Relegationszone fest und hat vier Punkte Rückstand auf Platz 13, der die Rettung bedeutet. Wie groß sind die Chancen, dass Ihr Team nicht in die Relegation muss und den direkten Ligaverbleib schafft?

Die Chancen sind definitiv gestiegen. Die Mannschaft hat in der Vorbereitung voll mitgezogen und möchte den Karren, den sie in den Dreck gefahren hat, wieder rausziehen. Die Qualität im Kader ist vorhanden, es wird aber eine harte Nummer. Wir brauchen am Ende 40, vielleicht auch 42 Punkte. Das heißt, wir müssen 20 bis 22 Zähler holen. Es wäre eine Mega-Leistung, nicht in die Relegation zu müssen.

Wenn das klappen soll, müssen sich aber sowohl das Defensiverhalten als auch die Chancenverwertung deutlich verbessern. Die SpVgg SV weist mit 47 Gegentoren die drittschlechteste Defensive auf und hat mit 20 Toren die drittwenigsten Treffer im bisherigen Saisonverlauf erzielt ...

Diese Probleme haben uns auch in der Hallensaison und in der Vorbereitung begleitet. Wir arbeiten brutal intensiv an der Chancenverwertung. Wir hatten in den Testspielen klarste Torchancen, konnten diese aber nicht verwerten. Uns fehlt noch die Effektivität. Manche Dinge erledigen sich aber, wenn es Erfolgserlebnisse gibt. Auch deshalb ist ein positiver Restrundenstart so wichtig.

Wie wird die SpVgg SV den Abstiegskampf angehen? Offensiv oder eher auf Torsicherung bedacht?

Einen absoluten Hurrafußball wird es in unserer Situation nicht geben. Wir müssen zunächst hinten stabil stehen und dürfen defensiv nur wenig zulassen. Die Weidener Paradedisziplin war immer das Abwehrverhalten, da müssen wir wieder hin und die richtige Balance zwischen Verteidigen und Stürmen finden.

Im Angriff fällt Ralph Egeter bis Saisonende verletzt aus. Wie groß ist dieses Handicap?

Stürmer mit der Qualität von Ralph gibt es in der Bayernliga nur wenige. Natürlich ist er gleichwertig kaum zu ersetzen. Aber wir können die Sache nicht ändern. Auf keinen Fall darf dies ein Grund dafür sein, um nach einem Alibi zu suchen.

Sie haben zu Beginn der Vorbereitung gesagt, dass sich womöglich der eine oder andere Spieler auf einer neuen Position wiederfinden könnte. Wird es Umstellungen im Mannschaftsgefüge geben?

Das will ich nicht unbedingt öffentlich breittreten. Dann wäre ja der Überraschungseffekt dahin. Wir haben das eine oder andere probiert, das mir gut gefallen hat.

Sportvorstand Philipp Kaufmann hat angedeutet, dass die SpVgg SV gerne auch in der Saison 2017/18 mit Ihnen weiterarbeiten würde. Und dies unabhängig von der Ligazugehörigkeit. Wird es eine schnelle Einigung geben?

Es ehrt einen natürlich, wenn man auf so einem Tabellenplatz steht und dennoch vom Verein das Vertrauen entgegengebracht wird. Das ist ein sehr positives Zeichen. Weiden bietet die reizvolle Aufgabe, mit jungen und talentierten Spielern zu arbeiten. Es sind noch zwei, drei Details zu besprechen, die sollten aber zu regeln sein. Ich kann mir sehr gut vorstellen, auch nächste Saison am Wasserwerk an Bord zu sein.

Die Mannschaft hat in der Vorbereitung voll mitgezogen und möchte den Karren, den sie in den Dreck gefahren hat, wieder rausziehen.Franz Koller, Trainer der SpVgg SV Weiden

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